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Wirtschaft
06/28/2021

Weniger Erwerbstätige im 1. Quartal 2021, Arbeitslosigkeit gestiegen

Neben den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Krise ist das auf Saisoneffekte in der Baubranche zurückzuführen.

Im ersten Quartal 2021 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich im Vergleich zum Vorquartal gesunken, die Arbeitslosigkeit nahm gleichzeitig zu.

Neben den anhaltenden Auswirkungen der Coronakrise sei das vor allem auf Saisoneffekte in der Baubranche zurückzuführen, teilte die Statistik Austria mit. Die Zahl der offenen Stellen stieg dagegen an. Wegen einer neuen EU-Verordnung gab es mit Anfang 2021 einige Umstellungen in der europäischen Arbeitskräfteerhebung.

Definition geändert

So wurde die EU-Definition der Erwerbstätigen geändert. Jede Person, die für mehr als drei Monate von ihrem Arbeitsplatz abwesend ist, gilt nun nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als nicht-erwerbstätig. Darüber hinaus gelten nun nach internationaler Definition auch Personen mit einer Wiedereinstellungszusage zu einem großen Teil als Arbeitslose und nicht mehr wie bisher als "stille Reserve". Das bedinge einen methodischen Anstieg in der Arbeitslosigkeit, so die Statistik Austria.

Die europäische Arbeitskräfteerhebung erfolgt in Österreich im Rahmen des Mikrozensus, das ist eine Stichprobenerhebung, bei der wöchentlich ca. 1.500 Haushalte befragt werden. Diese Daten werden auf die Bevölkerungszahl hochgerechnet. Aufgrund der mit Jahreswechsel erfolgten Änderungen ist ein Vergleich mit den bisherigen Daten nur sehr eingeschränkt möglich.

Rückgang

Bereinigt um die Neuerungen fiel die Zahl der Erwerbstätigen im Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal um 83.400 auf 4,118.900 zurück. Die bereinigte Arbeitslosenquote stieg dagegen um 2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent an. Der Anstieg sei zu einem Großteil saisonalen Effekten in der Baubranche geschuldet, heißt es in der Aussendung.

Damit gab es nach internationaler Definition 360.400 arbeitslose Personen. Mehr als ein Viertel davon, nämlich 105.600 Personen (29,3 Prozent) gehörten zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen, waren also seit mindestens einem Jahr arbeitslos. Die Langzeitarbeitslosenquote lag bei 2,3 Prozent. Die Zahl der Nicht-Erwerbstätigen lag bei 1,361.000, 100.500 zählten zur stillen Arbeitsmarktreserve.

Lichtblick

Einen Lichtblick liefern die Zahlen zu den offenen Stellen. Diese sind im ersten Jahresviertel um 5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf 111.800 Stellen gestiegen. Das lag vor allem an einem deutlichen Anstieg der offenen Jobs (plus 20 Prozent) im Produktionsbereich, während die Zahl der offenen Stellen im Dienstleistungssektor stagnierte. Im öffentlichen Sektor gab es sogar einen Rückgang.

Laut Erhebung der Statistik Austria arbeitete im ersten Quartal knapp jede fünfte Person (18,5 Prozent) wegen der Coronapandemie von zu Hause. Insgesamt übte rund ein Viertel der Erwerbstätigen (26,1 Prozent) die Beschäftigung in Form von Telearbeit, also mittels PC und/oder Smartphone, aus.

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