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Wirtschaft
04/30/2020

Was das Hochfahren der Hotels heuer so schwierig macht

Hochschober-Chefin Karin Leeb über Abstandsregeln in der Sauna und ein Leben nach dem Frühstücksbuffet.

von Simone Hoepke

Das Hotel Hochschober auf der Kärntner Turrach findet sich auf keiner Buchungsplattform. Trotzdem zählte der Betrieb zuletzt 65.000 Gästenächtigungen im Jahr und hatte eine Auslastung jenseits der 90-Prozent-Marke. Doch in Corona-Zeiten "muss alles neu gedacht werden", sagt Hotelchefin Karin Leeb.

KURIER: Manche Hoteliers überlegen, ob es sich heuer überhaupt aufzusperren lohnt. Sie auch?

Karin Leeb: Natürlich haben auch wir gerechnet, speziell was den Juni betrifft. Wir waren den Monat gut gebucht, müssen jetzt aber damit rechnen, dass die Gäste aus dem Ausland nicht kommen werden. Zumindest einmal nicht bis Mitte Juni, wenn man die deutsche Debatte verfolgt. Es gibt viele Unsicherheiten, alles muss neu gedacht werden. Trotzdem haben wir beschlossen, wie geplant am 29. Mai zu öffnen.

Können Gäste aus Österreich in Ihrem Haus das Minus an ausländischen Urlaubern ausgleichen?

Nein, das glaub ich nicht. Wir haben einen Österreich-Anteil von 70 Prozent, in manchen Monaten sogar von 85 Prozent. Vielleicht werden sich viele von unseren Gästen heuer aber gar keinen Urlaub leisten können. Es könnte speziell im Juni auch eine Urlaubssperre geben, wenn das Land wieder hochgefahren wird und viele Branchen wieder aus der Kurzarbeit in die Regelarbeitszeit gehen. Dazu kommt, dass sich manche vielleicht denken, dass mit all den Corona-Verhaltensregeln ein Urlaub bei uns ohnehin nicht mehr so wäre, wie sie es gewohnt sind.

Ihr Haus ist für seinen Wellness- und Saunabereich bekannt. Wird man die Sauna überhaupt benutzen dürfen?

Angeblich werden keine Aufgüsse in der Sauna erlaubt sein. Es gab auch das Gerücht, dass die Zehn-Quadratmeter-Regel für Gäste kommt. Ich weiß nicht, was kommt. Aber wir als Hoteliers und auch die Gäste werden damit zurechtkommen müssen.

Sie haben auch eine große Bibliothek, bieten den Gästen zudem eine Reihe internationaler Zeitungen. Wird das so bleiben?

Unsere Politiker reden viel von Eigenverantwortung und Hausverstand. Darauf werden wir setzen. Wenn Sie nach den Zeitungen fragen: Da werden wir keine Wissenschaft zum Thema, wie lange haften Viren am Papier, machen. Wir werden vorerst auf sie verzichten. Auch die Naschecken im Hotel, bei denen man sich mit Nüssen und Süßem bedienen konnte, müssen wir neu denken. Es wird auch ein Leben nach dem Frühstücksbuffet geben. Wir haben da schon kreative Ideen.

Was ist für Sie die größte Herausforderung in Corona-Zeiten?

Das Aufsperren ist für uns sehr komplex. Wir sind nicht nur ein Hotel, wir haben auch Gastronomie, Veranstaltungen, bieten Massagen, Kosmetik, Friseurleistungen an. Wir würden uns mehr Infos wünschen, die wir zum Planen brauchen.

Starten Sie mit der vollen Belegschaft in die Saison?

Wenn wir voll ausgelastet sind, beschäftigen wir 110 Mitarbeiter, jetzt beginnen wir mit 50 Prozent davon. Wir rechnen aufgrund der Corona-Gegebenheiten im Juni mit 50 Prozent Auslastung.

Können Mitarbeiter aus dem Ausland ohne Weiteres den Dienst antreten?

Wir dachten, dass es eine Branchenlösung wie Korridorzüge geben wird. Aber darauf können wir nicht ewig warten, wir wollen ja in einem Monat aufsperren. Über unseren Hausarzt werden wir für unsere Saisonkräfte freiwillige Corona-Tests organisieren. Das Ergebnis soll binnen 48 Stunden da sein und ersetzt dann die zweiwöchige Quarantäne. Manche Mitarbeiter sind außerdem schon im Haus.

Wie viele sind denn geblieben, selbst als das Haus coronabedingt geschlossen hatte?

Um die 25. Unter anderem unser ayurvedischer Koch aus Indien sowie Masseure aus Indien und China.

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