Hotel Stefanie

© Kurier / Gilbert Novy

Wirtschaft
04/05/2020

Warum der Sommerurlaub diesmal vielleicht weniger kosten wird

Für Vermieter geht es in der Coronakrise um Schadensbegrenzung. Urlauber werden sich über Angebote freuen.

von Simone Hoepke

Um irgend etwas Positives zum kommenden Sommerurlaub zu sagen: Vielleicht werden die Luxusherbergen in Österreich heuer günstiger zu haben sein als sonst. Schlicht, weil einige Hoteliers mangels internationaler Gästeschar um Auslastung kämpfen werden.

„Wenn ein Gast anruft, dann um den Urlaub abzusagen“, sagt Wilfried Holleis, der insgesamt sechs Hotels in Zell am See (Grand Hotel, Salzburger Hof) wie auch in Kroatien hat. Normalerweise haben seine Häuser im Sommer eine Auslastung von 80 Prozent, heuer rechnet er bestenfalls mit 50 Prozent. Das werde die Preise drücken. „Zumindest zehn bis 20 Prozent“ Rabatt werde er wohl geben. Bei Preisen von 120 bis 250 Euro pro Person und Nacht keine Kleinigkeit.

Die Destination Zell am See ist mit der Kombination aus Gletscher und See speziell bei arabischen Gästen beliebt. Deren Flüge fallen bis Ende Juni aus, wie schnell die Buchungen dann wieder anlaufen, steht in den Sternen.

„Ich habe die Sommersaison noch nicht aufgegeben“, sagt Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und zieht Parallelen zur Finanzkrise 2008: „Damals haben wir gedacht, es wird Probleme im Tourismus geben. Das Gegenteil war der Fall. Die Leute haben ungebremst Urlaub gebucht.“

Einigkeit herrscht darüber, dass der Inlandstourismus als erstes anspringen wird, deswegen wird die Österreich Werbung verstärkt am Heimmarkt werben. „Auch für Reisebüros gilt es, auf Inlandstourismus zu setzen“, sagt Helga Freund, Vorstand in der Verkehrsbüro-Group (Ruefa, Eurotours, Austria Trend Hotels).  Die Branche müsse jetzt einen langen Atem haben. „Für 2021 erwarten wir, dass unsere Kunden die heuer verpassten Reisen im Mittelstrecken- und im Fernreisebereich nachholen werden.“

Verschobene Kongresse

Auch wenn im Sommer die Ferienhotellerie im Fokus steht, war der Wien Tourismus seit Jahren ein verlässlicher Wachstumstreiber. „Jeder neunte Job in der Stadt hängt an der Hotellerie und Gastronomie“, sagt Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner. Mehr als 80 Prozent der Gäste reisen aus dem Ausland an, eines der Zugpferde ist der Kongresstourismus. Doch jetzt ist fraglich, wann Großveranstaltungen wieder erlaubt sind. Das stellt Veranstalter vor Herausforderungen. Viele Kongresse sind in die zweite Jahreshälfte verschoben worden, weitere Verschiebungen sind problematisch. Kettner: „Irgendwann rückt man ja auch zu nahe an den Kongress-Termin 2021.“

Die Vergangenheit zeigt, dass sich der Städtetourismus schneller von Krisen erholt als die Ferienhotellerie. Dass das diesmal auch so ist, ist aber nicht in Stein gemeißelt. Schließlich ist nicht klar, wie schnell die Reiselust in den einzelnen Ländern wieder erwacht, wie lange welche Grenzen dicht und Flugzeuge am Boden bleiben. Die Stadt Wien hatte zuletzt auch von der Expansion der Billigairlines in Schwechat profitiert, doch aktuell ist der Flugverkehr lahm gelegt.

Der weltweite Branchenverband IATA spricht vom stärksten Einbruch seit 9/11 und rechnet im zweiten Quartal mit einem Minus von 90 Prozent im Flugverkehr, im dritten von 45 und im vierten Quartal von immerhin noch zehn Prozent. Keine guten Aussichten für den Wien Tourismus. Kettner: „Wir gehen davon aus, dass wir erst 2021 wieder einen Normalzustand erreichen.“

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