Fertigungsstraße bei Magna Graz 

© Werk/Magna Steyr/Otmar Winterleitner

Wirtschaft
09/13/2019

Wackeln bei Magna Graz 700 Jobs?

Magna Graz steht womöglich vor massivem Personalabbau. Grund ist das aus für die BMW 5er-Produktion.

Beim Autozulieferer Magna in Graz Thondorf sollen 700 Jobs wackeln, berichtet die Kronen Zeitung. Grund dafür soll der Plan sein, die Produktion des BMW 5er am dortigen Standort auslaufen zu lassen. Schon heuer würden die Bayerischen Motorenwerke in der Steiermark um knapp 25.000 Stück weniger produzieren lassen als 2018.

Sowohl Magna als auch BMW gaben sich zu dem Bericht zurückhaltend. "Wir bitten um Verständnis, über die Volumenplanung unserer Kunden dürfen wir nicht sprechen", heißt es aus der Kommunikationszentrale von Magna Europa.

Von BMW Österreich wurde auf APA-Anfrage mitgeteilt: "Die BMW Group sieht in Magna Steyr Fahrzeugtechnik einen langfristigen strategischen Partner für Fahrzeugentwicklung und Auftragsfertigung. Bereits über 1,3 Millionen BMW und MINI wurden seit 2003 für die BMW Group produziert. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir grundsätzlich keine Auskunft über die Details unserer zukünftigen globalen Volumenplanung bzw. Werkebelegungen geben können."

Knapp 10.000 Beschäftigte

Am Standort Graz Thondorf sind knapp 10.000 Personen beschäftigt. Neben dem 5er fertigt das Werk auch den Z4. Weiters werden noch der Jaguar I-Pace und E-Pace, die Mercedes G-Klasse sowie der Toyota GR Supra produziert.

Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer meinte heute am Rande einer Pressekonferenz, dass die heimische Autozulieferindustrie für die Transformation hin zur Elektromobilität und dem autonomen Fahren sehr gut aufgestellt sei. "Ich würde mich da (vor der Digitalisierung) nicht besonders schrecken", so Mahrer.

Alarm schlagen hingegen die KPÖ und der GLB (Gewerkschaftlicher Linksblock) in der Steiermark. Sie fordern "Landesregierung und ÖGB auf, unverzüglich einen Gipfel einzuberufen und zusammen mit dem Magna-Konzern über Alternativen zu beraten".

Die Autozulieferindustrie ist ein wesentliches Standbein des Industriestandortes Österreich. Im Vorjahr lag der Produktionswert bei 24,4 Mrd. Euro, ein Plus von sechs Prozent gegenüber 2017. 80.000 Menschen arbeiten in diesem Sektor.