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Niedriger Wasserstand: Voestalpine weicht von der Donau auf die Bahn aus

Der Linzer Stahlkonzern ist für einen Gutteil des Umschlags auf heimischen Donauhäfen verantwortlich. Wegen des niedrigen Wasserstands werden die Warenströme auf die Bahn verlagert.
++ THEMENBILD ++ VOESTALPINE IN LINZ

Die Dürre zwingt auch die voestalpine zu Anpassungen bei ihren Rohstoff- und Warentransporten. Denn die Schifffahrt auf der Donau ist wegen des niedrigen Wasserstands, wenn überhaupt, nur eingeschränkt möglich. Man habe alles auf die Schiene umgestellt, sagte Konzernchef Herbert Eibensteiner am Mittwoch bei der Präsentation des Quartalsergebnisses vor Journalisten.

Rund ein Fünftel der Rohstoffe, die für die voestalpine in Linz verarbeitet werden, kommen üblicherweise per Schiff. Etwas mehr als 11 Prozent der ausgehenden Waren werden nach Angaben des Unternehmens auf der Donau verschifft. Im Moment könne man den Wegfall des Transports am Wasser durch die Schiene kompensieren, sagte Eibensteiner. Das sei zwar eine schwierige logistische Herausforderung, bisher aber sehr gut „managebar“. Man sei am Standort ausreichend mit Rohstoffen versorgt, sagte der Voest-Chef.

Eigenes Bahnunternehmen 

Auch weil die voestalpine über ein eigenes Logistik- und Bahnunternehmen verfügt. Das heißt Logserv, wurde 2001 als hundertprozentiges Tochterunternehmen der voestalpine gegründet und fungiert als umfassender Anbieter für die industrielle Logistik des Konzerns. 

Neben dem Betrieb von Werks- und Anschlussbahnen und werksinternen Transporten betreibt es auch den Donauhafen der voestalpine. Rund 3 Mio. Tonnen an Gütern werden dort jährlich umgeschlagen, mehr als 40 Prozent des Gesamtvolumens der österreichischen Donauhäfen und mehr als doppelt so viel wie am Hafen Wien. 

Bis jetzt keine Mehrkosten

Die von der Voest wegen der Trockenheit und dem niedrigen Wasserstand der Donau auf die Schiene verlagerten Volumen dürften mehr als hunderttausend Tonnen betragen. Bis jetzt habe die Verlagerung auf die Bahn keine Mehrkosten verursacht, sagte Eibensteiner. Spätestens im September müsse es aber regnen, um die Donau wieder schiffbar zu machen.

Hafen Linz

Der Donauhaufen der Voestalpine bei normalen Wasserstand. 

Mehr Gewinn

Der Linzer Stahlkonzern konnte im abgelaufenen ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahrs 2026/27 seinen Gewinn deutlich steigern. Dafür waren hauptsächlich Sondereffekte aus dem Verkauf der deutschen Tochter Böhler Profil verantwortlich. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg auf 495 Mio. Euro, nach 361 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr geht Eibensteiner unverändert von einem EBITDA von 1,6 bis 1,85 Mrd. Euro aus. Der Umsatz stieg leicht von 3,9 Mrd. Euro auf 4 Mrd. Euro.

Gut entwickelten sich die Geschäftsbereiche Bahnsysteme, Luftfahrt und Lagertechnik. Maschinenbau und Konsumgüter seien auf niedrigem Niveau stabil, sagte Eibensteiner. Das Geschäft in der Automobilindustrie laufe bei Flachstahl sehr positiv, bei der Lieferung von Teilen habe man die Erwartungen zurückschrauben müssen. 

Der Umstieg auf die Erzeugung von grünem Stahl in Linz und Donauwitz sei auf Schiene. Im ersten Halbjahr 2027 sollen die ersten Elektrolichtbogenöfen in Betrieb genommen werden. Die Stromversorgung dafür sei gesichert. 

Großteil der US-Zölle zurückbekommen

Auch einen Großteil der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle habe man nach einem Gerichtsurteil in den USA bereits zurückbekommen. Die Abwicklung sei kompliziert, sagte Eibensteiner, der von „work in progress“ sprach. 

In den USA eröffnete die voestalpine zuletzt in Kentucky ein Werk für Längsträger für LKW, um lokale Kunden beliefern zu können. 70 Mio. Euro wurden investiert. 100 Arbeitsplätze geschaffen. Aus den USA wurde allerdings auch ein Teil der Weichenfertigung nach Kanada abgezogen, um den Markt lokal bedienen zu können. 

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