Wirtschaft
07.11.2018

Voestalpine hadert mit der stotternden Autoindustrie

Die schwächer werdende Konjunktur und hohe Kosten am Standort Linz drücken das Ergebnis.

Der Stahlkonzern voestalpine feiert im ersten Halbjahr 2018/’19 zwar einen Rekordumsatz, der Gewinn ging jedoch deutlich zurück. Einer der Gründe dafür war, dass die Linzer nun erstmals mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China konfrontiert waren.

Während die Auswirkungen auf das US-Geschäft überschaubar waren, schlug sich das rückgängige Geschäft in China – vor allem in der schwächelnden Autoindustrie – mit einem zweistelligen Millionen-Betrag negativ auf das Ergebnis nieder, sagte voestalpine-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder am Mittwoch vor Journalisten.

Auch Gewinnwarnungen in der europäischen Autoindustrie – ausgelöst durch neue Abgastests – sowie ein Brand im Werk in Texas wirkten sich auf das Ergebnis aus. Am stärksten belastete die Generalsanierung eines Hochofens am Standort Linz, die mit 150 Millionen Euro auf den Gewinn drückte.

Kein furchtbares Ergebnis

Im Endeffekt erreichte die voestalpine ein Betriebsergebnis in Höhe von 480 Millionen Euro, 18 Prozent unter dem Halbjahr 2017/’18. Der Umsatz lag bei 6,7 Milliarden Euro, ein Plus von sechs Prozent.

„Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass alles furchtbar ist, sondern es ist immer noch eines unserer besten Ergebnisse“, so Eder. Da das Unternehmen vor zwei Wochen eine Gewinnwarnung herausgegeben hat, reagierte die Aktie nach der Ergebnisveröffentlichung kaum und lag am Mittwochvormittag sogar leicht im Plus.

Europa bleibt schwierig

Obwohl sich die Situation vor allem in der Autoindustrie nicht so rasch ändern wird, glaubt Eder, dass es auf der Gewinnseite im nächsten Quartal wieder nach oben gehen wird. Am US-Markt sieht er eine stabil hohe Inlandsnachfrage, was sich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nicht ändern sollte.

Auch wenn Eder das Wahlergebnis in Brasilien nicht kommentieren wollte – der ultrarechte Jair Bolsonaro wurde jüngst zum Staatspräsidenten gewählt – , rechnet er doch mit einer Rückkehr zum Wachstumskurs.

In Europa wird die voestalpine allerdings mit steigenden Strompreisen und einer Verdoppelung bis Verdreifachung der -Kosten zu kämpfen haben. Letzteres kann bis zu 50 Millionen Euro ausmachen. Auch die sinkenden Wasserpegel der Flüsse bremsen den Stahlkonzern, der dadurch auf die Bahn ausweichen muss.

In Summe soll sich im Gesamtjahr das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 200 Millionen Euro auf knapp eine Milliarden Euro reduzieren, so Eders Ausblick.