Wirtschaft
09.05.2017

Video: Qantas-Chef bekam Torte ins Gesicht

Alan Joyce, Chef der australischen Fluglinie, nahm die süße Attacke bei einem Geschäftsfrühstück in Perth gelassen - das Motiv ist unklar. In Österreich und Deutschland hat der Tortenwurf als politischer Protest durchaus Tradition.

Den Österreichern wird seit jeher eine Affinität zur Mehlspeis', ein Hang zum Süßen nachgesagt. Wird eine Torte nicht gegessen, sondern geworfen, darf dies als Protest verstanden werden. Landet sie im Gesicht eines hochrangigen Politikers, ist zumeist von Absicht auszugehen. Rechtlich kann dann über"Beleidigung mittels Tätlichkeit" diskutiert werden. In Österreich hat der Tortenwurf durchaus Tradition, hat man hierzulande sogar ein eigenes Wort dafür kreiert: die "Tortung". Davon kann etwa FPÖ-Politiker Hilmar Kabas erzählen.

Auch in Deutschland wird diese Tradition des süßen politischen Protests hochgehalten - und dabei werden weder Linke noch Rechte verschont. Die Linke-Parteichefin Sahra Wagenknecht nannte die Torte, die beim Parteitag im Mai 2016 in ihrem Gesicht landete, eine "saudämliche Aktion".

AfD-Chef Jörg Meuthen bekam im August 2016 eine Torte ins Gesicht. Sie war noch tiefgefroren.

Gedrückt, nicht geworfen

Im jüngsten Fall wurde die Torte allerdings nicht geworfen: Bei einem Geschäftsfrühstück in Perth hat der Chef der australischen Fluggesellschaft Qantas, Alan Joyce, eine ins Gesicht gedrückt bekommen. Joyce saß am Dienstag gerade auf dem Podium der Veranstaltung Business Leadership Matters, als ein Mann im Anzug zu ihm hoch lief und ihm die Torte ins Gesicht drückte. Der Privatsender Channel Seven zeigte Bilder von dem Vorfall.

Angreifer wurde festgehalten

Nach dem Tortenangriff verließ Joyce das Podium, um sich von den Tortenresten zu befreien. Der Angreifer wurde von Sicherheitsleuten eingekreist. Eine Polizeisprecherin sagte: "Heute Morgen hat die Polizei ein Hotel in Perth wegen eines Angriffs aufgesucht." Die Beamten hätten einen Mann festgenommen, gegen ihn sei aber bisher keine Anklage erhoben worden.

Joyce wollte nicht über ein mögliches Motiv für die Tat spekulieren. Die Untersuchung des Vorfalls liege "in den Händen der Polizei", sagte er. Der irische Konzernchef nahm den Vorfall ohnehin ziemlich gelassen. "Wenn man seit neun Jahren Chef einer Airline ist, sind viele Dinge in diesem Zeitraum passiert", sagte er vor Journalisten. Der Tortenangriff sei zwar "anders, aber er ist nicht ungewöhnlich".

Auf die Frage, wie die Torte geschmeckt habe, antwortete Joyce: "Ich hatte nicht die Gelegenheit, sie zu probieren. Sie war vor allem auf meiner Brille." Der Qantas-Chef fügte hinzu, dass er sich nun in Perth eine Reinigung suchen müsse. "Also wenn Sie eine haben, bitte empfehlen Sie sie mir", wandte er sich an die Reporter.