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Wirtschaft
03/13/2019

Verbund-Chef Anzengruber verspricht für heuer mehr Gewinn

Steigende Strom-Preise verbessern das Konzernergebnis und belasten die Haushalte.

von Andreas Anzenberger

Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber freute sich über das „Verbund-Wetter“. Denn während der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch in Wien regnete es. Wegen der geringen Regenmengen im Sommer lag die Wasserführung der Flüsse unter dem Durchschnitt. Daher erzeugten die Wasserkraftwerke des Verbunds im Vorjahr um 3,4 Prozent weniger Strom. Dass sich trotzdem eine Steigerung des Ergebnisses ausgegangen ist, hat vor allem mit Einmaleffekten zu tun.

Trotzdem fiel der Ausblick auf das heurige und das kommende Jahr wegen der vom Verbund prognostizierten weiteren Steigerung der Absatzpreise positiv aus. Für heuer wird mit 440 Millionen bis 540 Millionen Euro ein Konzernergebnis erwartet, dass über dem Ergebnis für 2018 liegen soll.

Aktienkurs

Die Rechnung vom Verbund-Chef ist nachvollziehbar: Steigt der Absatzpreis für Strom um ein Euro pro Megawattstunde (entspricht 1000 Kilowattstunden), so steigt der Gewinn nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen um 25 Millionen Euro. Die Verbund-Aktie ist wegen der höheren Strompreise im vergangenen Jahr um bis zu 85 Prozent gestiegen.

Aktuell die lag Verbund-Aktie am Mittwoch Nachmittag um knapp mehr als fünf Prozent unter dem Eröffnungskurs. Dass die Ergebnissteigerung des Verbunds auf Einmaleffekten beruhte, kam offenbar nicht bei allen Anlegern gut an. Die Dividende soll unverändert bei 42 Cent je Aktie liegen.

Bereits im Vorjahr spürten die steigenden Großhandelspreise auch die die Haushalte. Strom wurde um rund neun Prozent teurer, Gas um 7,6 Prozent.

Netzausbau

Dazu kommen die zusätzlichen Ausgaben für die Infrastruktur. Der Verbund wird in den kommenden drei Jahren mit zwei Milliarden Euro doppelt so viel Geld investieren, wie in den vergangenen drei Jahren. Vor allem der Ausbau der Netzinfrastruktur sei wegen der Einspeisung der erneuerbaren Energieträger notwendig, betonte Anzengruber. Die Kosten für Investitionen ins Netz werden an die Stromkunden weitergegeben. Ein Drittel der Gesamtausgaben der Haushalte für Strom sind Netzkosten und ein Drittel Steuern. Der Rest entfällt auf die reinen Energiekosten.