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Wirtschaft
05/18/2020

"Urlaub dahoam": Bayern plant Gutscheine und Steueranreize

Hotels und Reisenbüros in Deutschland sollen profitieren. Ministerpräsident Söder sieht gelockerte Reisebeschränkungen skeptisch.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will Hotels und Reisebüros in Deutschland mit finanziellen Anreizen für einen "Urlaub daheim" unter die Arme greifen.

Er könne sich Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für einen Urlaub in Deutschland in diesem Jahr gut vorstellen, "am liebsten für Urlaub in Bayern", sagte der CSU-Chef am Montag vor einer Sitzung des Parteivorstands in München.

Urlaubsreisen in andere Länder Europas, wie sie Außenminister Heiko Maas (SPD) in Aussicht gestellt hatte, steht Söder wegen der Corona-Pandemie vorerst skeptisch gegenüber: "Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass wir schon in einem Monat wieder in Italien, Spanien oder Frankreich sind", warnte er. "Wir bewegen uns da weiter auf dünnem Eis."

 

Schieder zuversichtlich

Der SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder zeigte sich unterdessen am Montag im Vorfeld der Videokonferenz der Außenminister zur Tourismus-Öffnung optimistisch.

„Die Initiative des deutschen Außenministers (Heiko) Maas geht in die richtige Richtung, die die EU-Kommission bereits eingeschlagen hat: Bei der Grenzöffnung kommt es auf ein koordiniertes Vorgehen an!“, erklärte Schieder in einer Aussendung.

Das was am Beginn der Krise auf EU-Ebene verabsäumt worden sei, müsse jetzt unbedingt nachgeholt werden. „Wir müssen Vertrauen herstellen und die angeschlagenen Tourismusbranche mit Millionen Beschäftigen unterstützen. Es braucht eine Check-Liste, die die Situation in einzelnen Regionen statt ganzer Länder in den Blick nimmt“, so Schieder.

Europaweit koordiniert

Ein Chaos aus unzähligen bilateralen Tourismusabmachungen gelte es zu verhindern, ein koordiniertes und auf regionales Risiko bezogenes Vorgehen sei unbedingt notwendig.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) dürfte wegen der Teilnahme an einer Sitzung des Nationalrats-Hauptausschusses nicht an der Videokonferenz teilnehmen. Wer ihn möglicherweise vertritt, war vorerst nicht bekannt.