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Wirtschaft
07/15/2021

Uneinigkeit über die Zukunft des Verkehrs wächst

Wirtschaftsministerin Schramböck gegen Pläne von Umweltministerin Gewessler.

von Anita Kiefer

„Es braucht eine Transformation mit Hausverstand“. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) macht deutlich, dass sie von Verboten und neuerlichen Prüfverfahren – Stichwort Lobautunnel – wenig hält. Und ist damit gänzlich anderer Meinung als ihr Pendant im Umweltministerium, Leonore Gewessler (Grüne).

Deshalb gibt es von Schramböck auch ein klares Ja zu Inlandsflügen. „Aus meiner Sicht braucht der Standort das.“ Wegen der Rolle der Flughäfen wie Innsbruck, Salzburg und Graz und aus Gründen der Standortattraktivität.

„Es handelt sich bei Inlandsflügen ja meist um Anschlussflüge“ – davon hänge auch die Erreichbarkeit der Märkte und Regionen ab, gerade für Geschäftskunden. Anstatt das Verkehrsangebot, das es gibt, zu begrenzen, gelte es, dasselbe umweltfreundlicher zu machen – etwa durch das Vorantreiben synthetischer Kraftstoffe.

Nur AUA hat Inlandsflüge

Zum Hintergrund: Aktuell ist die Austrian die einzige Airline, die Inlandsflüge bereitstellt. Bereits aus dem Angebot gestrichen wurden die Verbindungen Wien-Salzburg und Wien-Linz. Im Zuge der AUA-Rettung wurde kommuniziert, dass die Airline auch die Verbindungen Wien-Klagenfurt und Wien-Graz auflassen muss, wenn es eine entsprechende Zugverbindung von unter drei Stunden als Alternative auf der Strecke gibt.

Die gebe es mit der Fertigstellung des Koralmtunnels ab 2028. Gewessler sehe generell das Ziel langfristig in der Verlagerung der Inlandsflüge auf die Bahn. Ein generelles Verbot von Inlandsflügen habe man aber so nie gefordert, so ein Sprecher.

Zweifel am Nutzen

Wenig Freude und Verständnis gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen für das Einstellen von Inlandsflugverbindungen. Der AUA die Bedienung von Inlandsstrecken zu untersagen, würde nur den Effekt hervorrufen, dass die Kunden mit dem Auto auf nahe gelegene Flughäfen – im Falle von Salzburg etwa München – ausweichen oder vom Regionalflughafen weg ein internationales Drehkreuz wie Frankfurt nützen, so ein Sprecher. Und auch ausländische Airlines könnten ja anstelle der AUA Inlandsflüge anbieten.

Was die dritte Piste angeht, wagt Schramböck keine Prognose, ob das Projekt angesichts des covidbedingt eingebrochenen Flugverkehrs kommen wird. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es.“ Die Entscheidung müsse der Flughafen Wien fällen. „Wir müssen jedenfalls Verlässlichkeit in den Entscheidungen schaffen“, sagt sie auch in Richtung Umweltministerin und die Causa Lobautunnel. 

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