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Umwelthilfe fordert KBA-Eingreifen: Neue Vorwürfe gegen KTM-Enduros

Die KTM AG weist auch die erhobenen Vorwürfe, KTM Enduro-Motorräder „ohne gültige Typgenehmigung“ in den Verkehr gebracht haben, entschieden zurück.
KTM AG.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhöht den Druck auf den österreichischen Motorradhersteller KTM: Die NGO hat beim deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen Antrag auf behördliches Einschreiten eingebracht. Der Vorwurf wiegt schwer: KTM soll Enduro-Motorräder „ohne gültige Typgenehmigung“ in den Verkehr gebracht haben – weil Maschinen, die offiziell nur in einer stark gedrosselten Variante genehmigt wurden, in der Praxis systematisch in eine leistungsstärkere Version umgebaut würden.

Auslöser ist eine gemeinsame Recherche von Climate Whistleblowers und dem ZDF („frontal“) mit internationalen Medienpartnern. Dabei geht es um eine mutmaßliche „Alibi“-Homologation: Laut DUH werde eine gedrosselte Version typgenehmigt, gleichzeitig aber ein Umrüstset samt anderer Motorsoftware mitgeliefert bzw. über Händler verfügbar gemacht. Damit, so die Kritik, steigen Leistung, Lärm und Schadstoffausstoß deutlich über die genehmigten Werte.

Nach Angaben der DUH könnten mindestens 32 Enduro-Modelle verschiedener Baujahre betroffen sein. In Deutschland seien bis zu 25.000 Fahrzeuge zugelassen, die „allem Anschein nach“ nicht dem genehmigten Zustand entsprechen.

Zur Erklärung: Eine Typgenehmigung ist die behördliche Bestätigung, dass ein Fahrzeugtyp die gesetzlichen Anforderungen (u. a. Emissionen, Geräusch, Sicherheit) erfüllt. Fahrzeuge dürfen im öffentlichen Verkehr grundsätzlich nur betrieben werden, wenn sie der genehmigten Ausführung entsprechen. Änderungen an Software oder Abgas-/Geräuschkomponenten können die Zulassung beeinträchtigen.

„Abschreckende Sanktionen“ gefordert

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch spricht von einer Verkaufsstrategie, die auf illegale Zulassungen angelegt sei. Die Umweltorganisation verlangt vom KBA eine umfassende Untersuchung sowie „wirksame Maßnahmen“ zur Beseitigung der Rechtsverstöße – bis hin zum Widerruf von Typgenehmigungen und „abschreckenden Sanktionen“ gegen den Hersteller.

Brisant: Laut DUH müssten Käuferinnen und Käufer eine Erklärung unterschreiben, die Maschinen nicht im Straßenverkehr, sondern nur im Wettbewerb oder abseits öffentlicher Wege zu nutzen. Nach Ansicht der Umwelthilfe entbindet das den Hersteller aber nicht von Verantwortung, wenn Fahrzeuge und Zubehör von vornherein auf eine Entdrosselung ausgerichtet seien.

Stellungnahme von KTM

Die KTM AG weist auch die in den jüngsten Medienberichten erhobenen Vorwürfe, KTM Enduro-Motorräder „ohne gültige Typgenehmigung“ in den Verkehr gebracht haben, entschieden zurück. "Die Vertriebspraxis der KTM-Gruppe steht vollständig im Einklang mit den geltenden europäischen Vorschriften. Diese sind nicht nur gültig für KTM, sondern für alle Hersteller in diesem sportlichen Wettbewerbssegment", heißt es in einer Stellungnahme auf Anfrage des KURIER. "Bei den thematisierten Enduro-Maschinen handelt sich dabei um jene Modelle, die etwa beim Erzbergrodeo zum Einsatz gekommen sind. Für den Straßengebrauch im Alltag gibt es viel bessere Alternativen in unserem Portfolio, die nicht nur stärker, sondern auch kostengünstiger sind wie zum Beispiel die 790 Duke um 9.299 Euro im Vergleich zu einer 450 EXC Hard-Enduro um 12.699 Euro inkl. Nova und Mwst."

 Enduro-Modelle in Europa machen rund 3 Prozent des KTM-Konzernabsatzes aus. "Zur sachlichen Einordnung der in den Berichten thematisierten Emissionsfragen: Motorräder verursachen in Deutschland laut Umweltbundesamt rund 0,3 Prozent der CO₂-Gesamtemissionen. Enduro-Wettbewerbsmodelle stellen davon nur einen geringen Bruchteil dar. Ihre Laufleistung liegt ein Vielfaches unter der von Straßenmotorrädern, da sie wenige Stunden im Jahr im Sport- und Trainingsbetrieb eingesetzt werden", heißt es aus Mattighofen.

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