Wirtschaft 21.03.2012

Umfrage: Die Lieblingsmarken der Migranten

Das Kaufverhalten von Migranten wurde untersucht: Adidas, Nokia, H&M, bauMax, Hofer sind die Lieblingsmarken.

Ob Österreicher und Migranten unterschiedlich einkaufen, zeigt nun erstmals eine Studie. Das Ergebnis: Die Unterschiede sind nicht eklatant, aber vorhanden. Die "neuen Österreicher", wie die Migranten in der Studie genannt werden, kaufen Lebensmittel am liebsten bei Hofer ein. Für die Inländer hingegen ist Spar die Nummer eins, gefolgt von Hofer.

Während der teurere Merkur im Migrantensegment von Frauen bevorzugt wird, sind es bei den Österreichern eher die Männer. Billa landet bei beiden Gruppen auf Platz 3, geht aus der Umfrage des Instituts EthnOpinion hervor. Darin werden mit "neue" und "alte" Österreicher auch eigene Begriffe eingeführt. Die Bezeichnung für Migranten soll positiv besetzt werden, an deren Problemen ändert sich damit aber nichts.

Heimwerker

Beliebt: bauMax
© Bild: APA

bauMax ist der beliebteste Baumarkt, vor allem Migranten aus der Türkei kaufen dort ein. Junge Menschen aus Ex-Jugoslawien gehen lieber zu Bauhaus. "Die Affinität der neuen Österreicher zum Heimwerken ist besonders stark ausgeprägt", erläutert Jürgen Gangoly von The Skills Group. Hornbach liegt bei jungen Österreichern ohne Migrationshintergrund im Spitzenfeld, bei Migranten erreicht Hornbach nur Platz vier, erläutert Christina Matzka von meinungsraum.at und nennt die Hornbach-Werbung als möglichen Grund für den Unterschied. Beim Telefonieren hat die Marke Nokia die Nase vorne.

Kleidung

Heiß begehrt: Adidas
© Bild: REUTERS

Wenn es um Bekleidung geht, shoppen Inländerinnen am häufigsten bei C&A, dicht gefolgt von H&M. Österreicherinnen mit Migrationshintergrund bevorzugen ebenso H&M. Uneins sind sich neue und alte Österreicher, wenn es um die spanische Modekette Zara geht. Nur für sieben Prozent der Österreicherinnen spielt Zara eine Rolle, aber für 24 Prozent der Migrantinnen. Matzka: "Zara kleidet Migrantinnen." Bei den Sportmarken ist Adidas vor Nike sowohl bei alten als auch bei neuen Österreicher vorne. Einen hohen Prestigewert hat in den Köpfen der neuen Österreicher die Marke Boss.

 

Ethnomarketing

Die heimischen Firmen haben das Potenzial der Zuwanderer längst erkannt und sprechen sie auch vermehrt als eigene Zielgruppe an – Ethnomarketing heißt das Modewort. So gibt es Halal-Fleisch beim Merkur, Hochzeitskredite für türkische Paare bei Raiffeisen oder die Bezeichnung "Süt" statt Milch beim Milcherzeuger NÖM. Erst kürzlich brachte die Wiener Agentur Brainworker das erste Praxishandbuch "Ethnomarketing" mit 23 Fallbeispielen aus der Wirtschaft auf den Markt: "Um Migranten als Kunden anzusprechen, geht es nicht nur um die Sprache, sondern um die Kultur", sagt Buchautor Manuel Bräuhofer. "Interkulturelle Kompetenz" heiße vor allem zu wissen, wie die Zielgruppe tickt, über welche Infrastruktur sie kommuniziert und wie ich sie daher am besten erreiche.

Studie: 1028 Personen befragt

Institut 2010 wurde das Institut EthnoOpinion vom Online-Marktforschungsinstitut Meinungsraum.at, dem interkulturellen Magazin biber und der PR-Agentur The Skills Group gegründet. Das Ziel: Kostengünstige, repräsentative Online-Umfragen in allen ethnischen Communities.
Umfrage Für die Umfrage zum Shoppingverhalten wurden 528 "neue" und 500 "alte" Österreicher befragt. Unterschieden wurde zwischen Migranten der 1. Generation und der 2. Generation. Zusammengefasst werden sie unter dem Begriff "neue Österreicher".

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( Kurier ) Erstellt am 21.03.2012