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Wirtschaft
12/13/2019

Überalterung drückt Österreichs Wirtschaftswachstum

Die Produktivität wird in Österreich sinken, Investitionen in Technologie könnten das Defizit ausgleichen.

Die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung dürfte weltweit negative Auswirkungen auf die Produktivität und das Wirtschaftswachstum haben. In Österreich werde der demografische Wandel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2040 um 4.200 Euro pro Kopf oder insgesamt 2,7 Mrd. Euro drücken, wie eine Studie des Wifo im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt.

Weniger Produktivität

Der errechnete Produktivitätsverlust ergibt sich im Vergleich zum von den Ökonomen gesetzten "Basisszenario" - der Annahme, dass die Gesellschaft von 2018 bis 2040 nicht altert.

Die Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass es in den kommenden Dekaden verhältnismäßig weniger Personen im erwerbsfähigen Alter geben wird als Personen im Pensionsalter, schreibt Wifo-Ökonom Thomas Url. Darüber hinaus werde der Anteil älterer Menschen (von 55 bis 64 Jahren) an der Erwerbsbevölkerung zunehmen. Da die Produktivität eines Menschen allerdings im Alter von etwa 50 Jahren ihren Höhepunkt erreiche und danach langsam zurückgehe, drücke das die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität.

Negativer Effekt

Investitionen in den technologischen Fortschritt könnten diesen negativen Effekt ausgleichen, heißt es in der Studie weiter. Allerdings müsste Österreich dafür seine Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Software bis 2040 deutlich erhöhen. So schreibt Url, dass der Bedarf an öffentlichen und privaten Investitionen "von etwa 12,3 Mrd. Euro (2018) kontinuierlich auf 25 Mrd. Euro im Jahr 2040 (zu Preisen von 2010)" steigen müsste.

Verändern müsste sich aber nicht nur die Intensität, sondern auch die Art der Investitionen. "Da die demografische Alterung in der Vergangenheit noch eher moderat war, richteten sich die Investitionsentscheidungen der Unternehmen bisher eher auf die Optimierung von Produktionsabläufen und die Entwicklung neuer Produkte", so Url. Wichtiger wäre es jedoch, in den arbeitssparenden technologischen Fortschritt und eine "flächendeckende und moderne digitale Infrastruktur" zu investieren.

Nur Japan noch schlechter

Österreich steht mit dieser Herausforderung keineswegs alleine da. In der Studie wurden auch die Effekte des demografischen Wandels auf das BIP für Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich Japan und die USA untersucht. Stärkere negative Effekte als Österreich würde allerdings nur Japan verzeichnen, wo das BIP pro Kopf 2040 um 6.467 Euro gedrückt werden würde.

Für Deutschland ergibt sich laut der Studie ein negativer Effekt von 3.716 Euro pro Kopf. Am wenigsten hart treffe es die USA, deren BIP nur um 2.196 Euro pro Kopf zurückgehen würde. Dies sei vor allem auf die "günstigere Bevölkerungsentwicklung durch mehr Zuwanderung und Geburten" zurückzuführen, so die Ökonomen der Bertelsmann Stiftung.

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