FirmengebÀude von China Evergrande.

© REUTERS/Bobby Yip

Wirtschaft
09/13/2021

Tumulte bei chinesischem Immobilienkonzern Evergrande

Aufgebrachte Anleger haben beim Firmensitz in Shenzen demonstiert, manche versuchten, Absperrungen zu durchbrechen.

Rund 100 aufgebrachte Anleger haben den Hauptsitz des chinesischen Krisenkonzerns China Evergrande gestĂŒrmt. Sie versammelten sich am Montag in der Lobby des GebĂ€udes in der chinesischen Metropole Shenzen und verlangten ihr Geld zurĂŒck.

Rund 60 uniformierte Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes stellten sich vor dem Haupteingang auf, um weitere laut protestierende Menschen abzuhalten. Einige Personen versuchten Absperrungen zu durchbrechen und in AufzĂŒge zu gelangen. In der Menge waren Rufe zu hören wie "Evergrande, gib uns unser Geld zurĂŒck".

Anleger fĂŒrchten einen Zusammenbruch des Immobilienkonzerns, der unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar (253,36 Mrd. Euro) Ă€chzt. Investoren werfen Aktien und Anleihen aus ihren Depots, die Kurse brechen ein. In Medienberichten hieß es, Evergrande wolle Zinszahlungen an GlĂ€ubigerbanken aussetzen und keine Zahlungen fĂŒr seine Vermögensverwaltungsprodukte mehr leisten.

Ein Manager von Evergrandes Vermögensverwaltungssparte schlug nach einem Bericht des Finanzmagazins "Caixin" vor, Kunden zum Teil zu entschĂ€digen. Doch die Investoren lehnten den Vorschlag ab. "Die sagen, eine RĂŒckzahlung könnte zwei Jahre dauern. Aber es gibt dafĂŒr keine rechtliche Garantie und ich habe Angst, dass es die Firma bis zum Ende des Jahres gar nicht mehr gibt", sagte einer der Protestierenden. Der Mann erzĂ€hlte, er arbeite fĂŒr den Konzern und habe 100.000 Yuan (13.125,94 Euro) investiert. Seine Verwandten hĂ€tten rund eine Million Yuan in Evergrande-Produkten angelegt.

Von der Polizei in Shenzen sowie dem Unternehmen war kein Kommentar zu den Tumulten zu erhalten. In chinesischen sozialen Medien zirkulierten Videos von anderen Protesten, die im Zusammenhang mit Evergrande stehen sollen. Reuters konnte deren Echtheit zunÀchst nicht verifizieren.

Immobilienriese mit LiquiditÀtssorgen

Im Juni war Evergrande mit Bond-Zinszahlungen in Verzug geraten. Die Senkung der BonitĂ€tsnoten durch die Ratingagenturen Moody's, Fitch und China Chengxin International (CCXI) hatten zu einem Ausverkauf an den Anleihen- und AktienmĂ€rkten gefĂŒhrt. Der zweitgrĂ¶ĂŸte Immobilienentwickler des Landes warnte selbst vor LiquiditĂ€ts- und Ausfallrisiken, falls es ihm nicht gelingen sollte, die BautĂ€tigkeit wieder aufzunehmen, Beteiligungen zu verkaufen und Kredite zu erneuern.

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