FILE PHOTO: Presentation of Volkswagen's electric ID.3 pre-production prototype car on the eve of the International Frankfurt Motor Show IAA in Frankfurt

© REUTERS / Wolfgang Rattay

Wirtschaft
10/15/2019

Türkei-Werk: VW verschiebt Entscheidung wegen Syrien-Offensive

Die Entscheidung, die neue Fabrik in der Türkei zu bauen, war praktisch schon fix. Jetzt gibt es Sorge über die Entwicklung.

Volkswagen hat die Entscheidung über eine neue Autofabrik in der Türkei vor dem Hintergrund der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden im angrenzenden Syrien verschoben.

"Die endgültige Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt", erklärte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Der Autobauer beobachte die gegenwärtige Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung.

VW hatte nach monatelangen Verhandlungen einen Vertragsabschluss für Anfang Oktober angekündigt. Zuvor hatten "Handelsblatt" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über die Verzögerung des Projekts berichtet.

Provinzhauptstadt Manisa

Erst Anfang Oktober hatte der Autohersteller in der westtürkischen Provinz Manisa eine Tochtergesellschaft gegründet. Die Firma sei dort im Handelsregister eingetragen und mit einem Kapital von umgerechnet rund 164 Millionen US-Dollar ausgestattet worden, wurde mitgeteilt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, dass die Firma offiziell „Volkswagen Turkey Otomotiv Sanayi ve Ticaret AS“ heißen werde - übersetzt „Volkswagen Turkey Automobilindustrie- und Handels-AG“. Demnach sei ein Vermögen von 943,5 Millionen Türkischen Lira eingetragen.

Das Unternehmen werde am Cumhuriyet-Boulevard in der Provinzhauptstadt Manisa ansässig sein.

Für Passat und Skoda Superb

Die in der Fabrik in der Nähe von Izmir geplanten Modelle wären der neue Passat, der bisher im Werk Emden gefertigt wurde, und der Skoda Superb. Die Investition dürfte in die Milliardenhöhe gehen. Zuvor soll auch ein Standort in Bulgarien mit im Rennen gewesen sein.

Nötig wird das Werk unter anderem, weil VW den Umstieg in die E-Mobilität an deutschen Standorten beschlossen hat. Zwickau wird bereits umgebaut, die Werke in Emden und Hannover sollen folgen. Deshalb braucht der Konzern neue Kapazitäten für den Passat und den Superb der Schwestermarke Skoda.

Zuletzt hatte eine Gruppe von EU-Parlamentariern die EU-Kommission dazu aufgefordert, zu prüfen, ob der geplante Bau eines neuen VW-Mehrmarkenwerks in der Türkei mit EU-Vorschriften vereinbar sei.

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