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Raiffeisen und UNIQA geben ab
01/03/2017

Tschechen stocken Beteiligung an Casinos Austria auf

Die zwei Milliardäre kommen auf 34 Prozent am Glücksspielkonzern.

von Andrea Hodoschek

Mit einer österreichischen Lösung bei den teilstaatlichen Casinos Austria wird es nichts. Die zu Raiffeisen gehörende Industrie-Gruppe Leipnik-Lundenburger Invest (LLI) verkauft ihre durchgerechnet 11,35-prozentige Beteiligung an der Casinos Austria AG (Casag) an die Came Holding. Auch die börsenotierte UNIQA-Versicherung gibt ihren Anteil von durchgerechnet ebenfalls 11,35 Prozent an die Came Holding ab.

Diese Holding gehört der tschechischen Sazka Group und hat bereits den Anteil der Donau Versicherung an den Casinos erworben. Damit hätte sich die im Eigentum der zwei techschichen Oligarchen Karel Komarek und Jiri Smejc stehende Holding schon knapp mehr als 34 Prozent am heimischen Glücksspielkonzern gesichert. Auch an der Casinos-Mehrheitsbeteiligung, den Lotterien, halten die Tschechen 11,56 Prozent.

Dabei soll es nicht bleiben. Die Tschechen wollen bei den Casinos auf insgesamt 38 Prozent kommen, heißt es und könnten noch kleinere Anteile zukaufen. Damit wäre die Sazka der größte Eigentümer, noch vor der Staatsholding ÖBIB, die rund ein Drittel hält. Man sehe sich als langfristige strategische Investoren, gemeinsam mit anderen Aktionären wolle man "einen Beitrag zum nachhaltigen Wachstum der Casinos Austria leisten", erklärte Sazka. Die Gruppe ist der größte Lotterien-Betreiber in Europa mit Beteiligungen in Griechenland, Italien und Tschechien.

LLI-Chef und Ex-Finanzminister Josef Pröll begründet den Verkauf an die Tschechen: "Damit setzt die LLI ihre Strategie, sich auf ihr Kerngeschäft im Bereich Lebens- und Genussmittel zu konzentrieren, konsequent fort". Auch UNIQA-Boss Andreas Brandstetter hatte angekündigt, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und versicherungsfremde Beteiligungen zu verkaufen. Die UNIQA rechnet mit einem Veräußerungsgewinn von 47,6 Millionen Euro.

Aufwendige Behördenverfahren

Bis zum Closing der Deals könnte es allerdings noch bis 2018 dauern. Da die Casinos etliche Beteiligungen im Ausland haben, müssen alle nationalen Glücksspielbehörden dem Verkauf an die Tschechen zustimmen. Diese Verfahren sind sehr aufwendig und langwierig, die Tschechen müssen gegenüber den Behörden die Herkunft ihrer Mittel bis ins Detail offenlegen.

Die LLI und die UNIQA hatten bereits einen Verkaufsvertrag mit dem niederösterreichischen Gaming-Konzern Novomatic, der die Mehrheit an der Casag erwerben wollte. Da sich allerdings die Bundeswettbewerbsbehörde quer legte und das Kartellgericht den Deal untersagte, muss Novomatic unter 25 Prozent bleiben.

Der Konzern des Industriellen Johann F. Graf hat kürzlich die rund 17 Prozent der Stiftung der betagten Miteigentümerin Maria Therese Bablik übernommen. Zudem hält Novomatic noch 11,5 Prozent an den Lotterien, der Cash-Cow der Casinos-Gruppe. Der Oberste Gerichtshof muss bis 7. Jänner über die Beschwerde der Novomatic entscheiden. Wie zu hören ist, dürften die Höchstrichter die Entscheidung des Kartellgerichts bestätigen.

In den vergangenen Monaten hatte sich auch Krone-Chef Christoph Dichand ins Spiel gebracht, der KURIER berichtete, und bei den Casinos-Eigentümern vorgefühlt, ob diese bereit wären, an eine österreichische Investorengruppe zu verkaufen. Es kam allerdings nie zu konkreten Gesprächen.

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