Wirtschaft 14.01.2013

Österreichs Sanierungsquote im Keller

© Bild: MARINA LOHRBACH - FOTOLIA 25517593/Marina Lohrbach/Fotolia

Ab sofort gibt es zusätzliches Geld für Energieausweis, Holzfenster und für baldiges Sanieren.

Ist ein Haus älter als 20 Jahre, werden die ersten Reparaturen fällig. Wer tiefer in das Geldbörsel greift und das Haus umfassend saniert, wird mit niedrigeren Energiekosten belohnt. „Mit einem sanierten Einfamilienhaus können pro Jahr 2500 Euro an Heizkosten eingespart werden“, rechnet Umweltminister Nikolaus Berlakovich vor.

Thermische Sanierungen werden heuer mit 123 Mio. Euro gefördert. Dennoch hinkt Österreich dem Ziel einer jährlichen Sanierungsrate von drei Prozent des Wohnungsbestandes hinterher. Trotz Förderungen stieg die Quote 2012 nur um 0,1 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent.

Die Eckpunkte der Förderung 2013:

Fördervolumen Ab sofort stehen wie im Vorjahr 100 Mio. Euro für Sanierungen zur Verfügung. Hinzu kommen 23 Mio. Euro, die 2012 übrig geblieben sind. Warum Private und Betriebe 2012 fast ein Viertel der Fördersumme liegen gelassen haben, liegt laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner daran, dass die Förderaktion bis 2014 läuft: Potenzielle Förderwerber lassen sich Zeit.

Konjunkturbonus Der neu eingeführte Konjunkturbonus soll die Österreicher dazu bringen, sofort zuzugreifen. Denn der Konjunkturbonus fließt nur dann, wenn das Sanierungsprojekt bis zum 30. Juni 2013 eingereicht wird – bis Ende März 2014 muss die Sanierung fertig sein. Dafür gibt es zusätzliche 2000 Euro bei umfassenden Sanierungen und 1000 Euro bei Teilsanierungen. Das soll, so Mitterlehner, den Bau in der auftragsschwachen ersten Jahreshälfte ankurbeln.

Geförderte Sanierungsschritte Neben den bekannten geförderten Maßnahmen wie zum Beispiel der Dämmung der obersten Decke oder des Dachs, oder dem Tausch von Fenstern und Außentüren wird nun auch der Energieausweis (der Voraussetzung für die Förderung ist) mit einem Pauschalbetrag von 300 Euro gefördert. Für Holzfenster gibt es einen Zuschlag von 500 Euro. Wer im Rahmen einer umfassenden Sanierung auf eine umweltfreundliche Heizanlage (Solaranlage, Hackschnitzelheizung, Wärmepumpe) umsteigt, erhält zusätzlich 2000 Euro. Insgesamt können höchstens 9300 Euro gefördert werden, maximal 30 Prozent der Gesamtinvestition.

Kritik an der thermischen Sanierung kommt von AK-Präsident Herbert Tumpel. Sanierungen im Bereich von Mietwohnungen werden auch 2013 kaum gefördert. Und dass, obwohl mehr als 40 Prozent der Wohnungen in Österreich Mietwohnungen sind und der Anteil von Bewohnern mit niedrigerer Einkommen – die eine Förderung gut brauchen könnten – in Mietwohnungen besonders hoch ist.

Erstellt am 14.01.2013