Katalysatoren-Recycling bei Treibacher

© Treibacher Industrie AG

Wirtschaft
11/11/2021

Treibacher AG erwägt Einstieg ins Batterie-Recycling

Kärntner Metallurgie-Spezialist investiert 100 Millionen Euro in neue Recyclinganlage in Althofen.

Der 1898 von Carl Auer von Welsbach gegründete Kärntner Traditionsbetrieb Treibacher baut sein Recycling-Geschäft in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent aus und möchte damit auch neue Geschäftsfelder erschließen. Insgesamt werden 120 Millionen Euro in die Erweiterung des Standortes Althofen (Bezirk St. Veit/Glan) investiert, wobei 100 Millionen in den Bau einer neuen Recyclinganlage fließen, kündigten die beiden Treibacher-Vorstände Rainer Schmidtmayer und René Haberl an.

Wegen der Corona-Krise werde sich der Bau aber etwas verzögern. Schon länger recycelt das Metallurgie- und Chemieunternehmen in Althofen Raffinerie-Katalysatoren. Mittels unterschiedlicher Verfahren werden unter anderem Schwefel, Vanadium und Nickel herausgeholt und an Industrieunternehmen verkauft. Mit dieser Erfahrung können sich die Manager vorstellen, auch ins Recycling von Lithium-Ionen-Batterien einzusteigen.

E-Mobilität als Motor

„Wir glauben, das Batterie-Recycling könnte ein gutes Geschäft werden“, sagt Schmidtmayer mit Verweis auf die zunehmende Elektromobilität und die von der EU geforderten Recyclingquoten in diesem Bereich. Die Eintrittsbarrieren fürs Batterien-Recyling seien jedoch hoch, hier müsste noch viel Forschung und Entwicklung betrieben werden. Durch das Einschmelzen können derzeit nur Cobalt und Nickel aus den Akkus herausgelöst werden.

Das Lithium verbleibt in der Schlacke und wird deponiert. Es mittels hydrometallurgischem Verfahren aus der Schlacke herauszulösen ist energieaufwendig und teuer. Ab wann sich Batterie-Recycling in Kärnten rentieren könnte, vermochten die Treibacher-Vorstände daher noch nicht zu prognostizieren.

Volle Auftragsbücher

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Treibacher Industrie AG (900 Beschäftigte) mit einem Umsatz von 530 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 425 Mio. Euro. Die Exportquote beträgt 80 Prozent. Man sei ganz gut durch die Corona-Krise gekommen, so Schmidtmayer. Die Auftragsbücher seien voll, jedoch habe die Nachfrage aus dem Automotive-Bereich zuletzt etwas nachgelassen. Sorgen bereiten derzeit auch die steigenden Energiepreise. 

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