Angry man with a mobile phone at home

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Wirtschaft
02/24/2021

Saftige Nebengebühren verärgern Handykunden

Schon bis zu 27 Prozent der monatlichen Handykosten haben gar nichts mit Telefonieren oder Surfen zu tun, ergab eine Untersuchung von tarife.at

von Anita Staudacher

Versteckte Einmalgebühren machen einen immer höheren Anteil der monatlichen Handy-Rechnung aus. Dabei werden die Netzbetreiber immer kreativer bei der Erfindung neuer Kosten. Laut einer Erhebung des Vergleichsportals tarife.at können Nebenkosten wie von der Service-Pauschale über Aktivierungs-, Freischaltungs- oder Tarifwechselgebühren bis zur Wunschrufnummer oder Web-Bonus bis zu 27 Prozent der monatlichen Handyrechnung ausmachen.

Bis zu 30 Einzelgebühren

Das Portal fand bis zu 30 Einzelgebühren, die nicht durch die von allen Netzbetreibern verrechnete Servicepauschale abgedeckt werden. Dazu zählt etwa das sogenannte Technologiewechselentgelt, die Gebühr für die Rückerstattung des Wertkarten-Guthabens sowie Kosten für Rechnungskopien bzw. bei Zahlungsverzug. "Handytarife sind in Österreich immer noch verhältnismäßig günstig. Umso kreativer werden die Anbieter bei der Verrechnung einzelner Leistungen durch die Hintertüre", sagt Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at. Er empfiehlt allen Kunden, bei der Wahl des Tarifes nicht nur die laufenden Kosten zu beachten, sondern auch die Einmalgebühren.

Im Folgenden ein kleiner Überblick über den Dschungel an versteckten Nebengebühren:

  • Die Aktivierungsgebühr Sie kann bei Vertragsabschluss einmalig bis zu 69,99 Euro kosten, durchschnittlich beträgt sie laut tarife.at 53,52 Euro. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren ergibt das Zusatzkosten von 2,23 Euro im Monat.
     
  • Service Pauschale Sie wird jährlich bei 30,9 Prozent aller Tarife eingehoben und kostet bis zu 29,90 Euro im Jahr bzw. durchschnittlich 26,59 Euro bzw. 2,22 Euro im Monat. Die Kosten sind seit 2016 jährlich um sechs Prozent gestiegen. Eine Untersuchung der Bundeswettbewerbsbehörde fand jedoch bisher keine versteckten Absprachen der Netzbetreiber.
  • Verkürzte Laufzeit Nicht alle Tarife werden exakt monatlich abgerechnet. So haben etwa 11 Prozent der Tarife alle 4 Wochen bzw. 28 Tage abgerechnet, fand tarife.at heraus. Gut versteckt wird damit der Tarif öfter als einmal im Kalendermonat abgerechnet. Dadurch ergeben sich Mehrkosten von bis zu 8,6 Prozent. Ein Viertel der Tarife sieht eine 30-Tage-Verrechnungsfrist vor. 4,14 Prozent jährlich und 1,7 Prozent alle 31 Tage.

  • Web-Bonus Was viele nicht wissen: Wer online einen Tarif abschließt, kommt oft billiger davon. Die durchschnittliche Ersparnis bei 9,4 Prozent der Tarife, wo dies angeboten wird, beträgt 38,88 Euro.

  • Wunschrufnummer Hier ist offenbar viel Körberlgeld zu holen. Es können die Kategorien "Normal", "Gold" oder "Platin" gewählt werden, was bis zu 1.000 Euro kosten kann.

  • Tarifwechselgebühr Wer zu einem günstigeren Tarif wechselt, muss mit einer einmaligen Tarifwechselgebühr von 25 bis 49 ,90 Euro rechnen. Die Kosten sind je nach Tarifpaket und Vertragsdauer unterschiedlich.

  • Urheberrechtsabgabe In Österreich fällt bei einem Smartphone-Kauf eine Urheberrechtsabgabe bzw.   Leerkassettenvergütung gemäß Urheberrechtsgesetz an . Manche Anbieter verrechnen dem Kunden  drei Euro, die an die  Verwertungsgesellschaften gehen.

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