Tesla ruft 15.000 Fahrzeuge zurück

Tesla ruft 15.000 Fahrzeuge zurück
Beim Model X traten Probleme mit der Servolenkung zutage. 15.000 Wagen werden zurückgerufen.

Der E-Auto-Hersteller Tesla ruft 15.000 Wagen des Typs Model X wegen möglicher Probleme mit der Servorlenkung in den USA und Kanada zurück. Damit verbunden ist die Gefahr möglicher Unfälle.

Nach Angaben der kanadischen Aufsichtsbehörde NHTSA sind Modelle aus dem Jahr 2016 betroffen.

Tesla fast so viel Wert wie BMW, Daimler und VW zusammen 

Tesla fährt weiter auf der Überholspur: Die Aktien des US-Elektroautobauers stiegen zur Eröffnung der Wall Street am Dienstag um 20,5 Prozent und erreichten mit 939,92 Dollar (849,4 Euro) den vierten Tag in Folge ein Rekordhoch. Damit steuerten sie auf den größten Tagesgewinn seit fast sieben Jahren zu.

"Investoren beginnen nun zu glauben, dass Tesla Elektrofahrzeuge in Massenproduktion herstellen kann, und dass Autohersteller, Batteriehersteller und Zulieferer mit E-Autos Geld verdienen können", sagte der Analyst Cho Hyun Ryul vom Vermögensverwalter Samsung Securities. Zusätzlichen Schub erhielt die Tesla-Aktie von der Prognose des Milliardärs und Anteilseigners Ron Baron. Dieser traut dem Unternehmen in zehn Jahren einen Umsatz von einer Billion Dollar zu. Die Erlöse des vergangenen Jahres lagen bei 24,9 Mrd. Dollar.

Zum aktuellen Kurs ist der Elektroautopionier an der Börse knapp 170 Mrd. Dollar wert. Die Marktkapitalisierung der deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen liegt bei zusammengerechnet 186 Mrd. Dollar und selbst der japanische Hersteller Toyota rückt in Reichweite. Dessen Börsenwert liegt bei 195 Mrd. Dollar. "Vor zwei oder drei Jahren gab es noch Zweifel, ob eine Elektroauto-Ära anbrechen würde", sagte Analyst Kang Dong Jin vom Vermögensverwalter Hyundai Investment. Dank des starken Tesla-Absatzes und der strengeren Abgas-Vorschriften in Europa schwänden diese Zweifel.

Der Börsenwert von Tesla steht im Widerspruch zum Absatz. Die US-Firma verkaufte im vergangenen Jahr gerade einmal 367.500 Fahrzeuge. Der weltgrößte Autobauer Volkswagen setzte dagegen knapp elf Millionen Fahrzeuge ab. VW-Chef Herbert Diess, ein Österreicher, hat das Ziel ausgegeben, den Marktwert des deutschen Konzerns auf 200 Mrd. Euro zu steigern. Die Frage sei allerdings, ob der Wandel zu einem technologie- und softwaregetriebenen Unternehmen schnell genug gelinge. "Wenn wir in unserem jetzigen Tempo weitermachen, wird es sogar sehr eng", ermahnte Diess unlängst das eigene Management. Mit Blick auf den Höhenflug der Tesla-Aktie ergänzte er: "Wir werden wie ein Automobilunternehmen bewertet. Tesla wie ein Tech-Unternehmen."

Auslöser des aktuellen Kursfeuerwerks war der erste Quartalsgewinn von Teslas Batterie-Gemeinschaftsunternehmen mit Panasonic. Der japanische Konzern teilte außerdem mit, er wolle die Produktion ausweiten, um mit der Nachfrage nach Batteriezellen von Tesla Schritt zu halten. Wenige Tage zuvor hatte Tesla den zweiten Quartalsüberschuss in Folge bekanntgegeben.

Als weiteren Grund für die Kursexplosion sehen Experten, dass diejenigen Anleger, die auf einen Verfall der Tesla-Titel gewettet hatten, sich mit den Papieren eindecken müssen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dem Datenanbieter Refinitiv zufolge werden derzeit knapp 14 Prozent der Tesla-Anteile für derartige Geschäfte genutzt.

Vor diesem Hintergrund ist der Tesla-Kurs binnen weniger Tage um mehr als ein Drittel gestiegen. Das ist die stärkste Rally seit fast sieben Jahren. In den vergangenen sechs Monaten hat er sich mehr als verdreifacht. Im Sommer 2018 hatte Tesla-Chef Elon Musk per Twitter laut über einen Rückzug des Unternehmens von der Börse nachgedacht und eine Übernahmeofferte von 420 Dollar je Aktie für die übrigen Eigner ins Spiel gebracht. Damals lag der Kurs bei etwa 300 Dollar. Da sich diese Pläne später als nicht zutreffend herausstellten, bekam Musk Ärger mit der US-Börsenaufsicht.

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