In Genf wurde das Tamo Racemo Sports Coupe von Tata Motors vorgestellt

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Automobilindustrie
03/08/2017

Tata Motors und VW sprechen über Partnerschaft

Tata-Motors-Chef bestätigt am Rande des Genfer Autosalons, dass es entsprechende Gespräche gibt. Von einem Zusammenschluss mit Fiat will VW nichts wissen.

Der größte indische Automobilhersteller Tata Motors spricht mit Volkswagen über eine Partnerschaft. Derzeit befinde man sich in Verhandlungen, sagte Tata-Motors-Chef Günter Butschek der Webseite livemint am Rande des Autosalons in Genf.

Im Rahmen eines Joint Ventures oder einer Kooperation könnten Produktionskapazitäten und Technologien geteilt werden, um Kosten zu sparen. Bereits im vergangenen Sommer hatte es Medienberichte über eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Autobauer gegeben. Im Zusammenhang mit dem VW-Billigauto-Projekt "Budget Car" sondiere Volkswagen eine neue Strategie mit einem externen Partner, hatte das "Manager Magazin" damals berichtet.

Dem indischen Tata-Konzern gehören auch die britischen Edelmarken Land Rover und Jaguar.

VW will nicht mit Fiat

Volkswagen hat die Avancen von Fiat-Chef Sergio Marchionne für einen Zusammenschluss der beiden Autobauer brüsk zurückgewiesen. Er habe Marchionne seit Monaten weder getroffen noch gesprochen, sagte Müller am Mittwoch auf der Automesse in Genf der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich bin für nichts gesprächsbereit, ich kümmere mich um VW, ich kümmere mich doch nicht um Fiat", ergänzte er.

VW habe andere Sorgen zurzeit als Übernahmen. Marchionne hatte eine Übernahme von Fiat durch Volkswagen ins Gespräch gebracht, nachdem sich der französische PSA-Konzern mit General Motors geeinigt hat, die deutsche GM-Tochter Opel zu übernehmen.

Das Zusammengehen des Peugeot-Herstellers mit der deutschen Traditionsmarke setzt nach Einschätzung Marchionnes vor allem VW unter Druck. Dem europäischen Marktführer sei damit eine starke Nummer zwei auf den Fersen. Zwar sei General Motors noch immer der Wunschpartner von Fiat-Chrysler, aber der Wolfsburger Konzern wäre eine gute Alternative. "Ich habe keinen Zweifel, dass sie zur rechten Zeit auftauchen und darüber einen Schwatz halten werden." Müller sagte dazu: "Ich habe mit ihm seit Monaten nicht gesprochen." Auch habe Marchionne am Vormittag in Genf nicht an der Sitzung der Vorstandschefs aller europäischen Autohersteller im europäischen Branchenverband ACEA teilgenommen.

Marchionne wirbt schon seit längerem um die Gunst anderer Autokonzerne. 2015 war er an GM herangetreten, hatte sich jedoch einen Korb abgeholt. Vor knapp einem Jahr hatte der Fiat-Chrysler-Chef dann schon einmal VW, aber auch Toyota und Ford als ebenfalls geeignete Fusionspartner bezeichnet. Der italienisch-amerikanische Autobauer sucht einen starken Verbündeten, um die hohen Investitionen stemmen zu können. Diese sind notwendig, weil die Autoindustrie mehrere Trends gleichzeitig vorantreiben muss: elektrisches und autonomes Fahren, Mobilitätsdienstleistungen und immer mehr digitale Funktionen in Fahrzeugen. Doch schon GM-Chefin Mary Barra ließ Marchionne abblitzen. Dieser lässt sich davon nicht kleinkriegen. "Ich schließe niemals eine Tür. Ich könnte schamlos wieder anklopfen", sagte er mit Blick auf GM. "Ohne mit der Wimper zu zucken."