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Höhere Tabaksteuern und mehr Schmuggel in Österreich

Europaweit boomt das Geschäft mit nicht versteuerten Tabakwaren. In Österreich wurden im Vorjahr 30 Millionen Packungen an der Finanz vorbei ins Land geschmuggelt oder illegal hergestellt.
Eine geöffnete Zigarettenschachtel liegt auf einem Fünf-Euro-Schein.

Noch immer rauchen mehr als 20 Prozent der Österreicher täglich. Die Zahl ist nur leicht rückläufig, nicht zuletzt auch wegen neuer Produkte wie Vapes und Tabakerhitzer. Umgekehrt nimmt die Zahl derer, die geschmuggelte oder illegal hergestellte Tabakwaren konsumieren, zu. Das zeigt der mittlerweile 20. Report über illegalen Zigarettenhandel des Beratungsunternehmens KPMG im Auftrag des Tabakkonzerns Philip Morris.

Dieser untersucht die Entwicklungen in 38 europäischen Ländern, darunter der EU-27 und Österreich. Demnach gibt es hierzulande nach Jahren des Stillstands bzw. Rückgangs bei geschmuggelten bzw. gefälschten Zigaretten einen leichten Anstieg. Mittlerweile machen irreguläre Zigaretten knapp fünf Prozent des Gesamtmarktes aus – genau 4,8 Prozent oder 600 Millionen Stück (Vorjahr 520 Mio.), was 30 Millionen Packungen entspricht. Als Grund für den Anstieg nennt der Report die Tabaksteuererhöhung im Vorjahr. „Österreichs maßvolle Steuerpolitik hat bis 2024 gewirkt – doch die Tabaksteuererhöhung 2025 zeigt erste messbare Folgen“, heißt es.

Jede elfte Zigarette

In Gesamteuropa wurden im Vorjahr 55,3 Milliarden irreguläre Zigaretten (52,2 Mrd. in 2024) konsumiert, das entspricht elf Prozent des Gesamtmarktes in 38 Ländern. In der gesamten EU gab es 16,7 Milliarden Euro an Steuerverlust. Davon entfallen 128 Millionen auf Österreich, 12 Millionen mehr als im Vorjahr. Der Steuerentfall entspricht ungefähr dem Jahresetat für das Bundeskriminalamt und fast dem gesamten Budget des Zollamts.

Besonders betroffen sind weiterhin Länder mit hoher Steuer und starken Restriktionen oder gar Produktverboten, wobei Frankreich mit 41 Prozent Spitzenreiter bleibt. Damit ist der Schwarzmarkt in Frankreich um mehr als neun Milliarden Zigaretten größer als der gesamte Markt in Österreich. Dahinter folgen Irland (35 Prozent), Großbritannien (32 Prozent) und die Niederlande (22 Prozent). 

„Diese Trends verdeutlichen die Folgen hoher Besteuerung und verbotsähnlicher Politiken“, heißt es in dem Report weiter. Insbesondere Frankreich habe mit neuen Verboten für Aufsehen gesorgt. „Es zeigt sich: Einzelne Länder schaffen es durch maßvolle Steuerpolitik und evidenzbasierte Regulierung, den Anteil von irregulären Zigaretten sogar zu senken.“ Ungarn reduzierte seinen Schwarzmarkt für Zigaretten um 3,3 Prozentpunkte. Griechenland verzeichnete einen Rückgang um 3,4 Prozentpunkte.

Richtig ausgeufert ist dem Bericht zufolge der Schwarzmarkt mittlerweile im Bereich der E-Zigaretten. Hier stammt sowohl in Österreich als auch EU-weit rund die Hälfte aller Produkte aus irregulären Quellen.

Fabriken

Zu einem zunehmenden Problem in Zentraleuropa werden illegale Zigarettenfabriken. So wurden in einer illegalen Fabrik im Industrieviertel in Niederösterreich rund acht Millionen gefälschte Zigaretten sichergestellt. „Die Arbeits- und Lebensbedingungen in solchen illegalen Fabriken sind menschenfeindlich und zwangsarbeitsähnlich“, sagt Marc Attinger, General Manager von Philip Morris Austria. 

Eine im KPMG-Report ersichtliche Steigung der sichergestellten Tabakwaren bei Razzien in illegalen Fabriken bestätigt die Entwicklung. Von 2023 bis 2024 hat sich diese Zahl von 239 Mio. Zigaretten auf 472 Mio Stück fast verdoppelt und bleibt mit 428 Mio. im Jahr 2024 weiterhin hoch. Der Anstieg der illegalen Produktion ist laut Philip-Morris durch bestimmte Rahmenbedingungen zu erklären: Produktionsmittel können im Internet bestellt werden. Der Aufbau einer solchen Anlage ist mit rund 200.000 Euro möglich, und der Break-Even-Punkt wird bereits nach zwei Wochen Betrieb erreicht.

„Nach dem Anstieg des Schmuggels in Österreich bin ich davon überzeugt, dass der Steuerpfad, den die Regierung vorgelegt hat, für mehr Stabilität sorgen wird“, sagt Attinger. „Unvorhergesehene, drastische Preissprünge sind der Turbo für den Schwarzmarkt.“ In Österreich würden bei der Eindämmung des illegalen Handels sicher auch die Trafikanten als Kontaktpunkt für die Konsumenten helfen.

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