© Gianluca Baronchelli

Wirtschaft

Streikwelle in beliebtem Urlaubsland Italien

Am Sonntag wird bei mehreren Fluglinien die Arbeit niedergelegt. Auch die Taxifahrer protestieren.

07/13/2022, 09:32 AM

VerspĂ€tungen, gecancelte FlĂŒge und Streiks: Vor diesem Szenario stehen Millionen von Italienern, die am kommenden Wochenende in den Urlaub fliegen wollen sowie auslĂ€ndische Urlauber. Am Sonntag planen die italienischen Piloten und Flugbegleiter von Ryanair, Volotea Malta Air und Crewlink erneut einen Streik.

"Nach den ArbeitsausstĂ€nden am 8. und 25. Juni hat Ryanair noch keinen Dialog mit den Gewerkschaften ĂŒber die Probleme aufgenommen, unter denen die Besatzung seit Monaten leidet", kritisierten die Arbeitnehmerorganisationen. Sie beklagten unter anderem die schlechten Arbeitsbedingungen des Flugpersonals an Bord von LangstreckenflĂŒgen. Die VerbraucherverbĂ€nde Codacons, Unc und Assoutenti drohen Beschwerden und Klagen zum Schutz der Flugpassagiere einzureichen.

Tourismusminister will Streik verbieten

In einem Schreiben an den Chef fĂŒr das Streikrecht, Francesco Santoro Passarelli, forderte Tourismusminister Massimo Garavaglia, dass es zur zwangsmĂ€ĂŸigen Arbeitseinberufung des Flugpersonals kommen solle, falls es in den Streik trĂ€te. Man mĂŒsse um jeden Preis Unannehmlichkeiten fĂŒr den Tourismussektor vermeiden, der sich gerade erst erhole.

"Ein Streik im Flugbereich birgt die Gefahr, den dynamischsten Wirtschaftssektor unseres Landes zu blockieren, der das Wachstum Italiens maßgeblich vorantreibt. Eine Blockade des Luftverkehrs bedeutet eine Blockade des Landes und schadet den Rechten von Reisenden und Unternehmen", meinte der Minister.

Taxifahrer gegen Uber

Italien ist derzeit auch mit einem zweitĂ€gigen Streik der Taxifahrer konfrontiert. Sie protestieren gegen LiberalisierungsplĂ€ne der Regierung Draghi, die ihrer Ansicht nach den Fahrdienstvermittler Uber und andere Plattformen begĂŒnstigen wĂŒrden.

Die Taxifahrer traten italienweit unangemeldet in den Streik, nachdem öffentlich gewordene E-Mails und Chats des Fahrdienst-Vermittlers Uber aus den Jahren 2013 bis 2017 tiefere Einblicke in das damalige aggressive GeschÀftsgebaren des Unternehmens gegeben haben. So soll Uber auch in Italien intensive Lobby-Arbeit betrieben haben, um die Regierung zu drÀngen, die Liberalisierung des TaxigeschÀfts voranzutreiben. Zu Protesten kam es am Mittwoch vor dem Regierungssitz in Rom.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare

Streikwelle in beliebtem Urlaubsland Italien | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat