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Wirtschaft
12/05/2011

Stimmung der EU-Bürger wird trüber

Eurobarometer: Immer mehr Europäer machen sich Sorgen um die Zukunft.

von Otto Klambauer

Rechtzeitig zum Krisen-Marathon der Spitzen von EU und Eurozone hat Eurobarometer erneut die Meinung der EU-Bürger erhoben. Die Umfrage ist ein wichtiger Gradmesser für die aktuelle Stimmungslage der Europäer (im Erhebungszeitraum September).

Mehr und mehr EU-Bürger sind besorgt über die Folgen der Krise. Im EU-Schnitt sehen 59 Prozent direkte Auswirkungen auf ihr persönliches Leben - in Österreich sind dagegen nur 34 Prozent dieser Meinung. Keine Folgewirkungen sehen 40 Prozent der EU-Bürger und 64 Prozent der Österreicher.

Geht es um die Frage, ob die Europäer in der Krise solidarisch sein sollen oder jedes Land unabhängig entscheiden soll, scheiden sich die Geister: 48 Prozent der Europäer sind für stärkere Koordination auf EU-Ebene, 41 Prozent für individuelles Vorgehen ihrer Regierung. 50 Prozent der Österreicher sind für eine EU-Koordination, 42 Prozent für einen österreichischen Alleingang.

Die Aussage, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise durch die gemeinsame Euro-Währung abgefedert wurde, halten 34 Prozent der Europäer für richtig, 54 Prozent für falsch. Von den Österreichern stimmen 41 Prozent zu, 51 Prozent sagen Nein. Keinen Schutz im Euro sehen besonders die Schweden (die dem Euro gar nicht beigetreten sind), die Finnen, Niederländer, Österreicher und Slowaken.

Auch bei den Europäern, die einen gewissen Schutz im Euro sehen, führt ein Land, das den Euro gar nicht als Währung hat: 43 Prozent der Briten sehen im Euro einen Schutz-Faktor (plus 17 Prozent zum Frühjahr), gefolgt von den Spaniern, Griechen und Zyprioten.

Ausblick

Die Zukunftsaussichten der Europäer werden aber pessimistischer. Immer mehr Menschen meinen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise noch viele Jahre dauern werde: nämlich 41 Prozent aller EU-Bürger, 29 Prozent der Österreicher. Dagegen hoffen 36 Prozent der EU-Bürger auf eine Rückkehr zu Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren, zehn Prozent in den nächsten Monaten. Bei den Österreichern sind dies 25 bzw. 24 Prozent.

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