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Wie Österreich es wieder zurück unter die besten Nationen schaffen kann

In den vergangenen Jahren verlor Österreichs Wirtschaft im weltweiten Vergleich zunehmend an Kraft. Die Gründe dafür.
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Vor knapp 20 Jahren, 2007, war die Wirtschaftswelt in Österreich noch ziemlich in Ordnung. Im World Competitiveness Ranking des International Institute for Management Development (IMD) belegte das Land den sehr guten Rang 11 – der bisher höchste erzielte Wert. Im Jahr 2020 war es nur noch Rang 16, im Vorjahr Rang 26 und nun ist es überhaupt nur noch Rang 29 von 70 gerankten Industrienationen.

Wie konnte das passieren? Und wie kann die negative Entwicklung wieder rückgängig gemacht werden?

Vorweg: Das IMD-Wettbewerbsranking, das seit 1989 jährlich erscheint, analysiert Volkswirtschaften nach vier Hauptkategorien. Das Rankingergebnis ergibt sich zu zwei Drittel aus statistischen Indikatoren und zu einem Drittel aus Umfragedaten.

Zunächst zum Positiven: Beim Punkt Infrastruktur schneidet Österreich mit Rang 13 ziemlich gut ab. In den Unterkategorien „Gesundheit & Umwelt“ (Rang 6) und „Bildung“ (9) sind die Werte top. Weniger gut sieht es im Punkt „technologische Infrastruktur“ (40) aus. Gemessen wird hierbei, ob die Rahmenbedingungen eines Landes die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien ermöglichen. Sie bildet das Fundament für die digitale Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Verwaltung.

In den drei anderen Hauptkategorien sieht es hingegen relativ schlecht aus. So landet Österreich bezüglich betrieblicher Effizienz auf Rang 33. Hier ist das Land in den Einzelkategorien gar nicht so schlecht unterwegs, etwa bei „Produktivität und Effizienz“ (16). Doch die Unterkategorie „Einstellungen und Werte“ macht eine bessere Platzierung zunichte. Gemessen wird durch Umfragen unter Führungskräften, wie gesellschaftliche Grundhaltungen das Wirtschaftsumfeld prägen.

Schlechter läuft es in der Kategorie „ökonomische Entwicklung“ (39). Hier kommt Österreich vor allem in den Punkten „Beschäftigung“ (44) und Preise “(52) unter die Räder.

Noch schlechter läuft es bezüglich „Effizienz der öffentlichen Verwaltung“ (43). Bei den „öffentlichen Finanzen“ nimmt Österreich nur den 55. Platz ein, bei der Steuerpolitik ist es gar nur der 65te.

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Was wäre also zu tun, um den Staat im Ranking wieder nach vorne zu bringen?

Das wirtschaftliche Umfeld ist nicht so schlecht, wie manche meinen. Die konjunkturelle Delle durch den Iran-Krieg dürfte laut jüngsten Prognosen kleiner ausfallen als ursprünglich erwartet. Das Wachstum in Österreich sollte heuer und nächstes Jahr jeweils rund ein Prozent ausmachen.

Lösungen

Für Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), ist das aktuelle IMD-Ranking „kein Ausreißer, sondern ein weiterer Weckruf, entschlossen an den Standortschrauben zu drehen“. Österreich verfüge „weiterhin über große Stärken, insbesondere bei Wissenschaft und Infrastruktur“, verliere aber „bei der staatlichen Effizienz an Wettbewerbsfähigkeit“. 

Starke positive Impulse für den Standort erhofft er sich von der Industriestrategie, die von der Bundesregierung vor einem halben Jahr vorgestellt wurde (siehe Bericht unten). „Entscheidend wird sein, wie rasch die angekündigten Maßnahmen tatsächlich bei den Unternehmen ankommen“, sagt Neumayer.

Er hat noch einen weiteren Vorschlag: Die IV würde gerne mehr Unternehmer-Persönlichkeiten, die Kapital und Know-how nach Österreich bringen, aus Staatsinteresse einbürgern.

Für die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) muss „effektiv und strategisch“ gegengesteuert werden, damit Österreich im internationalen Vergleich wieder wettbewerbsfähiger werde. „Der Reformkurs ist alternativlos“, sagt WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger. Man dürfe aber „nicht außer Acht lassen, dass Österreich immer noch ein ausgezeichneter Standort mit vielen Stärken“ sei.

Laut Rainer Will, Obmann des Handelsverbands, verfügt Österreich über starke Grundlagen, von qualifizierten Fachkräften über eine leistungsfähige Infrastruktur bis hin zu innovativen Unternehmen. Für ihn sind nun Strukturreformen angesagt. „Dazu zählen eine Modernisierung des Föderalismus, der Abbau von Doppelgleisigkeiten sowie ein zeitgemäßes Bildungssystem.“ Besonders kritisch bewertet Will das schwache Abschneiden bei der staatlichen Effizienz.

 „Langwierige Genehmigungsverfahren, regulatorische Komplexität und langsame Verwaltungsprozesse bremsen Investitionen und binden unnötig Ressourcen.“ Er fordert daher einen Bürokratieabbau, eine umfassende Digitalisierung der Verwaltung, schnellere Verfahren sowie eine spürbare Entlastung bei den Arbeitskosten.

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