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Wirtschaft
06/29/2012

Spannendes Finale bei Nabucco-Pipeline

Die Konkurrenz zum Nabucco-Konsortium unter OMV-Führung schrumpft. Doch der letzte Akt ist noch lange nicht geschrieben.

von Irmgard Kischko

Es ist ein Milliarden-Geschäft, um das sich viele reißen: der Transport von Gas aus der Kaspischen Region nach Westeuropa. Seit mehr als zehn Jahren ringt das Pipeline-Konsortium Nabucco unter Federführung der OMV um den Zuschlag für die Gaslieferungen, die aus Aserbaidschan über die Türkei via Österreich nach Westeuropa geplant sind. Zwei Konkurrenzprojekte wurden Ende dieser Woche aus dem Rennen geschlagen. Nun steht den Partner von Nabucco (neben der OMV die Energiegesellschaften der Türkei, von Bulgarien, Rumänien und Ungarn sowie RWE aus Deutschland) ein Jahr lang harten Kampfes gegen den letzten Konkurrenten, das TAP-Pipelineprojekt, bevor. Denn die Betreiber des großen Gasfeldes "Shah Deniz" im Kaspischen Meer – BP, die norwegische Statoil und Socar aus Aserbaidschan – wollen erst in zwölf Monaten entscheiden, ob Nabucco oder TAP ihr Gas in den Westen befördern darf. Hinter der TAP, die durch Italien nach Europa führen soll, stehen allerdings wieder BP und Statoil. Der Wettlauf wird für Nabucco daher nicht gerade einfach.

Reinhard Mitschek, Geschäftsführer des Nabucco-Projekts ist dennoch guter Dinge. "Westeuropa wartet auf das Gas der Nabucco", ist er überzeugt. Und Nabucco habe große Vorteile gegenüber dem Mitbewerber. Die rechtlichen Grundlagen der Gasdurchleitung seien zur Gänze ausverhandelt, auch die finanzielle Basis sei stark, betonte Mitschek. Zudem werde mit weiteren potenziellen Partnern wie der Bayerngas über eine Teilnahme am Nabucco-Projekt verhandelt.

Verhandeln muss Mitschek in den nächsten Monaten auch mit einem neuen Pipeline-Konsortium: Die Türkei und Aserbaidschan haben sich für den Gastransport in der Tanap zusammengeschlossen. Diese Tanap (Trans-Anatolien-Pipeline) nimmt der Nabucco mehr als die Hälfte ihres ursprünglichen Projekts weg. Statt 3300 Kilometer Länge vom Kaspischen Meer bis Österreich wird Nabucco nun nur mehr 1200 Kilometer von der türkisch-bulgarischen Grenze bis Österreich lang sein. Den anderen Teil werden Türkei und Aserbaidschan bauen. Mitschek muss nun die Anschlüsse an die Tanap verhandelt.

Geschrumpft ist auch das geplante Transportvolumen: Statt 33 Milliarden Kubikmeter Gas sollen Tanap und Nabucco nur 23 Milliarden befördern können. Gestartet werden soll 2017 mit 16 Milliarden Kubikmeter, wovon nur zehn Milliarden für Westeuropa bestimmt sind.

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