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Wirtschaft
02/10/2020

So viel Energie verbrauchen Österreichs Gemeinden

Eine Karte mit Energieverbrauch und Co2-Emissionen der Gemeinden ermöglicht die Umsetzung von Energiesparkonzepten.

von Andreas Anzenberger

Seit Jänner ist es möglich, den Energieverbrauch und den -Ausstoß der österreichischen Gemeinden im Internet nachzuvollziehen. Unter www.energiemosaik.at wurde für jede Gemeinde der -Ausstoß und Energieverbrauch für Wärme und Transport aufgelistet.

Genauso wie der Anteil an fossiler und erneuerbarer Energie. Das Energiemosaik ist ein Projekt der Universität für Bodenkultur. Die Umsetzung erfolgte durch Lore Abart-Heriszt vom Institut für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung. Dunkelrot eingefärbte Gemeinden haben einen hohen Energieverbrauch, blau eingefärbte Gemeinden einen niedrigen.

Eine solche umfangreiche Datensammlung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Energieraumplanung, die zu einer deutlichen Reduktion des -Ausstoßes führen kann.
„Es geht um energieeffizientere Raum- und Siedlungsstrukturen“, erklärt Institutsleiter Gernot Stöglehner. „Wir werden die Energiewende nur dann schaffen, wenn wir Teile des Energiesystems miteinander verknüpfen.“ Konkret heißt das den verstärkten Einsatz von Kraft-Wärme-Kupplungen (gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme) und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energieträger.

Netzausbau

Wobei die Energie natürlich auch transportiert werden muss. „Wir brauchen miteinander verbundene Netze. Das können Stromnetze oder Wärmenetze sein. Schlagwörter sind power to heat oder power to cold. Ziel ist es, mit der Überschussenergie der erneuerbaren Energieträger zu heizen oder zu kühlen.“

Seit 1990 sind die Pro-Kopf-Emissionen der Haushalte kontinuierlich gesunken. Trotzdem betrug laut Umweltbundesamt im Jahr 2018 der Anteil der Gebäude an den gesamten -Emissionen in Österreich zehn Prozent. Wobei es ein Irrtum ist zu glauben, es handle sich dabei vor allem um ein Problem der Städte. Dort ist wegen der hohen Bevölkerungsdichte der Energieverbrauch hoch. Das gilt aber nicht notwendigerweise für die Pro-Kopf-Werte. „In den Bundesländern mit vorwiegend urbaner Struktur wie zum Beispiel Wien werden durch die kompakte Bauweise im Gebäudebestand trotz eines relativ hohen Anteils bei den fossilen Brennstoffen niedrige Pro-Kopf-Emissionen der Haushalte erreicht“, heißt es im Klimaschutzbericht 2019 des Umweltbundesamtes.

Handlungsbedarf

Umgekehrt bedeutet das Handlungsbedarf im ländlichen Raum. In Bundesländern mit vorwiegend ländlicher Struktur wurden höhere Pro-Kopf-Emissionen gemessen. „Wesentliche Ursachen sind die hohe Anzahl an Wohnungsgebäuden pro Einwohner und eine vergleichsweise große Wohnnutzfläche pro Wohnung“, heißt es weiter im Bericht des Umweltbundesamtes. Immerhin sei es gelungen, durch „Steigerung der Gebäudequalität“ und „hohe Anteile erneuerbarer Energieträger“ die Emissionen in Teilen der ländlichen Regionen deutlich zu reduzieren. Ein Problem ist auch, dass man am Land kaum ohne Auto auskommt.

Die allgemein zugänglichen Daten der Gemeinden im Internet ermöglichen eine Energieraumplanung, die auch mehrere Gemeinden umfasst. Für die Steiermark wurde zusätzlich der Energieverbrauch innerhalb der Gemeinden bestimmt. Damit kann man erkennen, welche Abwärmequellen es wo gibt und in welchen Gebieten Fernwärme Sinn macht.

Das Land Steiermark veranstaltet Schulungen für Raumplaner und vergibt Förderungen an Gemeinden, die regionale Energiekonzepte erstellen. Laut Stöglehner haben bisher bereites 90 steirische Gemeinden mitgemacht, rund 50 Gemeinden haben um Subventionen angesucht.

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