Smart Meter: Teuer und wenig Nutzen

Smart Meter: Teuer und wenig Nutzen
Die Einführung der "intelligenten" Stromzähler verlief schleppend. Der Rechnungshof sieht bisher auch kaum Vorteile.

Die Erwartungen an die neuen intelligenten Stromzähler waren hoch. Verbraucher sollten mit den Smart Metern ihren Stromverbrauch kontrollieren und Energiekosten sparen können. Netzbetreiber sollten an anhand der Daten ihre Netze effizienter steuern und auch flexible Tarife anbieten können. 

Zumindest bisher wurden sie nicht erfüllt. Auch die Einführung verlief langsamer als geplant und war mehr als doppelt so teuer, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Rechnungshofes.  

Die ursprünglich vom Wirtschaftsministerium geschätzten Investitionskosten von 830 Mio. Euro dürfen tatsächlich bei 1,78 Mrd. Euro liegen. Rechnet man die Betriebskosten dazu, sollen sie auf 2,18 Mrd. Euro steigen. 

Im Schnitt koste ein Smart Meter in der Einführungsphase in Österreich 330 Euro, schreiben die Prüfer des Rechnungshofes. Weil Netzverlust- und Finanzierungskosten nicht einberechnet wurden, könnte es noch mehr werden. 

Kaum Vorteile

In Grenzen hält sich laut dem Rechnungshofbereicht hingegen der Nutzen, den Endkunden und Netzbetereiber von den Smart Metern haben. Verbrauchsdaten, die Kunden beim Energiesparen unterstützen sollen, waren bei Erhebungen des Rechnungshofes wegen Kommunikationsproblemen häufig nicht verfügbar. Die Kommunikation laufe nicht stabil, obwohl das Datenvolumen noch vergleichsweise niedrig sei, heißt es. 

Erst etwas mehr als 7 Prozent der Kunden hat sich für eine Erhebung im Viertelstundentakt entschieden. Bei vielen Kunden kann sie aber noch gar nicht gewährleistet werden. Mit mehr als 90 Prozent lässt das Gros der Nutzerinnen und Nutzer den Stromverbrauch nur einmal am Tag erheben. Netzbetreiber stoßen beim Auslesen der Daten wiederum auf rechtliche Hürden.

Langsame Einführung

Die Einführung der Geräte verlief schleppend.  Ursprünglich hatte sich Österreich das Ziel gesetzt, bis Ende 2019 95 Prozent der Haushalte mit Smart Meter auszustatten. Tatsächlich hatten 2022 lediglich 68 Prozent ein solches Gerät in Verwendung. 

Nach Angaben der Regulierungsbehörde E-Control ist die Zahl mittlerweile auf 85 Prozent gestiegen. Ende des Jahres sollen es 95 Prozent sein.

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