Wirtschaft 05.03.2013

Italiens Banken kommen nicht zur Ruhe

A street vendor displays jeans on the wall of a Monte Dei Paschi bank in Rome, December 10, 2012. The sudden acceleration in the… © Bild: Reuters/MAX ROSSI

Skandale und Wirtschaftssorgen: Die faulen Kredite sollen sich schon auf 125 Milliarden Euro summieren.

Das politische Patt in Italien, die anhaltende Rezession und die Probleme seiner Banken bereiten Beobachtern große Sorgen. Nach Schätzungen summieren sich die faulen Kredite im italienischen Bankensektor auf stolze 125 Milliarden Euro. Staatshilfen für angeschlagene Institute haben das Defizit des Staates kräftig erhöht. Zudem sind die beiden größten Häuser des Landes, die Mailänder Bank-Austria-Mutter UniCredit und Intesa Sanpaolo aus Turin stark in italienischen Staatsanleihen engagiert. Das könnte zu einem ernsten Problem werden, wenn sich die Schuldenkrise verschärft und die Zinsen weiter steigen.

Momentan sieht es nach Eskalation aus: Die älteste Bank der Welt, die 1492 gegründete Monte dei Paschi di Siena, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Am Dienstag wurden erstmals auch Aufsichtsräte einvernommen und in ihren Wohnungen sechs Millionen Euro beschlagnahmt. Es geht unter anderem um Betrugsverdacht. Monte dei Paschi ist die drittgrößte Bank Italiens und musste per Staatshilfe in Höhe von vier Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Neue Probleme hat auch Italiens Nummer 4, die Banco Popolare mit Sitz in Verona. Die größte Genossenschaftsbank des Landes hat einen Verlust für 2012 in Höhe von 330 Millionen Euro zu verkraften.

Erstellt am 05.03.2013