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Wirtschaft
12/03/2021

Seilbahnsprecher Hörl: „Wir sind offenbar die Deppen der Nation“

Warum er sich missverstanden fühlt und fürchtet, dass die Branche weitere 20 bis 25 Prozent der Mitarbeiter verliert

von Simone Hoepke

„Der Tourismus hat keine andere Chance, als am 13. Dezember aufzusperren“, sagt Seilbahn-Sprecher Franz Hörl. „Ich bin einigermaßen empört, dass dieses Datum jetzt überhaupt in Frage gestellt wird.“

Schon jetzt sei klar, dass die Auslastung über Weihnachten bestenfalls bei 50 Prozent liegen wird – mehr sei nach der jüngsten Stornowelle nicht mehr drin. Das ist nur eine Facette der Misere.

Die Winterressorts in Frankreich, Südtirol oder der Schweiz sind offen und damit auch attraktive Arbeitgeber für Tourismusmitarbeiter, die hierzulande in der Kurzarbeit sind.

Zudem wechseln viele die Branche und wandern in die krisenresistentere Industrie, ins Gewerbe oder in die Bauwirtschaft ab. „Überall ist Hochkonjunktur. Nur wir sind zugesperrt. Wir sind offenbar die Deppen der Nation“, sagt Hörl. Ständig würden sich Kollegen aus der Schweiz über das gute Personal aus Österreich bedanken. „Wenn wir am 13. Dezember nicht aufsperren, verlieren wir noch einmal 20 bis 25 Prozent unserer Mitarbeiter“, ist Hörl überzeugt. „Bevor die Menschen wieder in Kurzarbeit gehen, gehen sie lieber in die Schweiz.“

„Ich weiß, was geht“

Zuletzt hatte der wortgewaltige Seilbahnsprecher mit der Forderung nach offenen Skihütten für Aufregung gesorgt. Zu unrecht, wie er findet. Er sei missverstanden worden, denn es sei immer klar gewesen, dass die Hütten im Lockdown zu bleiben. „Ich bin seit 30 Jahren in der Politik. Man kann mir zutrauen, dass ich einschätzen kann, was geht und was nicht.“ Er habe lediglich darauf hinweisen wollen, dass „es kein Zustand“ sei, dass man sich an einem Skitag nirgends aufwärmen kann – so wie es in der vorigen Wintersaison der Fall war. „Da waren die Pisten ab ein Uhr leer, weil alle heimgefahren sind, um sich aufzuwärmen.“

Überhaupt würde man sich im Westen des Landes oft wundern, warum man in Wien nicht verstanden wird. „Wir fühlen uns schon oft ein bissl ungerecht behandelt“, so der Hotelier und Seilbahner aus Gerlos. Auch sei der Eindruck, dass die Seilbahner immer um jeden Preis aufsperren wollten, falsch. „Es gab massive Bestrebungen der Landespolitik, dass wir öffnen sollen. Die Begeisterung bei den Seilbahnen hat sich in Grenzen gehalten. Es macht einfach keinen Sinn, eine Seilbahn im hinteren Ötztal oder Zillertal oder am Arlberg zu betreiben, wenn Hotels und Gastro zu haben.“

Das sei auch die Erklärung, warum die meisten Seilbahnen trotz guter Pistenverhältnisse und Erlaubnis zum Öffnen, nach wie vor still stehen. Hörl: „Im Zillertal sperren wir am 13. Dezember auf, dann, wenn die Hotels aufmachen.“ Da das Infektionsrisiko im Hotel und auf der Piste gering sei, stehe der Öffnung nichts im Weg, so sein Standpunkt.

Einen Seitenhieb auf den Handel kann sich der Seilbahner nicht verkneifen. „Wenn am 4. Adventsonntag die Shoppingcenter überrannt werden, müssten die Einkaufszentren die 2G-Regel genauso einführen und kontrollieren, wie wir es auf den Pisten tun. Hier steht dem Handel noch ein massiver Lernprozess bevor.“

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