Die Gewerbeordnung soll - wieder einmal - gekürzt werden
Die Gewerbeordnung soll - wieder einmal - gekürzt werden

© APA/BARBARA GINDL

Wirtschaft
02/01/2021

Security und Schnelltests: Händler und Friseure bereiten sich auf Öffnung vor

Wirtschaftsleute drängen auf ein rasches Aufsperren. Doch ohne Gastronomie wird das Einkaufserlebnis weiter auf sich warten lassen.

von Simone Hoepke

"Es wird für Friseure immer schwieriger, den Avancen der Kunden für Heimbehandlungen zu widerstehen", sagt Wolfgang Eder, selbst Friseur in Salzburg und Sprecher von rund 9.000 Friseursalons in Österreich.

Anders formuliert – je länger die Friseursalons zu haben, desto öfter werden Haare in privaten Räumen geschnitten. Auch aus epidemiologischer Sicht eher kontraproduktiv, betont Eder und argumentiert: "Eine wirksame Pandemiebekämpfung kann nur im legalen Bereich stattfinden."

Seine Branche sei bestens auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Neben der Maskenpflicht und den Hygienevorschriften seien derzeit auch Corona-Schnelltests im Gespräch. Nicht nur für Mitarbeiter, auch für Kunden. Der Branchensprecher rechnet für die Zeit nach dem Lockdown mit verschärften Auflagen.

Würden die gesetzlichen Mindestabstände weiter ausgeweitet werden, würde das den Ablauf und die Frequenz in den Läden deutlich einschränken. Nebeneffekt: "Dann könnte man mit der Kurzarbeit sicher nicht so schnell aufhören", sagt Eder.

1 Milliarde pro Woche

Auch die Händler hoffen, dass sie schnell wieder aufsperren können. Die Lager sind übervoll, die Kassen mehr oder weniger leer. "Jede Woche Lockdown kostet der Branche rund eine Milliarde Euro", rechnet Handelsverbandschef Rainer Will vor.

Er warnt, dass jede Verlängerung der betrieblichen Schließungen 100.000 Jobs gefährden würde. Die Branche sieht sich für die Wiedereröffnung gerüstet. "Wir haben ja schon am 8. Dezember bewiesen, dass wir die Situation bewältigen können", sagt etwa Thomas Saliger, Sprecher der Welser Möbelhauskette XXXLutz.

Zu den Stoßzeiten werde es in seinen Möbelhäusern Einlasskontrollen geben, Sicherheitsleute würden speziell vor den Aufzügen für die Einhaltung der Sicherheitsabstände sorgen und obendrein habe XXXLutz 300.000 FFP2-Masken "zum Verschenken für die Kunden" parat.

Die Platzfrage

All das, obwohl in Möbelhäusern ohnehin jeder Kunde immer die vorgeschriebenen 10 Quadratmeter Platz hat, so Saliger: "Wird diese 10-Quadratmeter-Regel auf 20 Quadratmeter ausgeweitet, ist uns das auch recht. Im Schnitt haben unsere Kunden ohnehin 50 Quadratmeter Platz."

Der Unternehmer Robert Hartlauer hat seine Geschäfte selbst im Lockdown offen halten dürfen, als eine Art Notbetrieb im Bereich Optik, Hörakustik und Mobilfunk. "Wir haben aber nur halbtags offen", sagt Hartlauer. Dass mit dem Aufsperren aller Geschäfte das alte Einkaufserlebnis wieder da ist, bezweifelt er. "Das kommt erst, wenn die Gastronomie wieder aufsperrt."

Die Verkäufer seien jedenfalls gefordert. Hartlauer: „Ich habe Hochachtung vor meinen Mitarbeitern, die den halben Tag mit Maske arbeiten. Das ist eine echte Herausforderung.“ Auch im Hintergrund habe sich viel geändert. Von den Pausenregeln – es dürfen ja nicht mehr so viele Mitarbeiter gleichzeitig im Pausenraum sein – bis zu den Videokonferenzen.

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