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Wirtschaft
03/01/2021

Schweizer Schokoladekonsum bricht auf 40-Jahres-Tief ein

Erstmals seit 1982 weniger als zehn Kilogramm pro Kopf verbraucht.

Die Schweizer und Schweizerinnen haben 2020 so wenig Schokolade genascht wie seit vierzig Jahren nicht mehr. Dieser R├╝ckgang ging allein zulasten der einheimischen Schokoladeindustrie. Und auch im Exportgesch├Ąft stockte der Absatz. Der Branchenumsatz brach um gut 15 Prozent ein.

Der Pro-Kopf-Schokoladenkonsum in der Schweiz fiel mit 9,9 Kilogramm das erste Mal seit 1982 unter zehn Kilogramm, wie der Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten Chocosuisse am Montag mitteilte. Erst 2019 hatte sich der Konsum nach Jahren des R├╝ckgangs noch stabilisiert.

Im Zuge der Coronakrise waren Restaurants, Hotels und Cafes mehrere Monate geschlossen und das Gesch├Ąft mit internationalen Touristen lag fast brach. Die einheimischen Schokoladehersteller setzten in der Folge rund 15 Prozent weniger im Inland um. Besonders bitter f├╝r sie:

Zugleich verzehrten die Konsumenten mehr ausl├Ąndische Schokolade. Davon wurde 2020 sogar um 1,8 Prozent mehr importiert. Der Importanteil stieg damit auf ein neues Allzeithoch von 43 Prozent nach 41 Prozent im Vorjahr.

Auch im eigentlichen Hauptertragsgesch├Ąft - dem Export - lief es kaum besser: Dort sank der Umsatz um knapp 14 Prozent. 70 Prozent der von der hiesigen Industrie produzierten Schokolade gehen in den Export. Insgesamt setzte die Branche mit 1,53 Milliarden Franken um 14,5 Prozent weniger um als noch im Vorjahr. Die in der Schweiz hergestellte Menge an Schokolade sank um ├╝ber 10 Prozent auf noch 180.000 Tonnen.

Auch verlor der Produktionsstandort Schweiz 2020 weiter an Gewicht: Nachdem 2017 eine Schokoladefabrik infolge Verlegung der Produktion nach Frankreich geschlossen worden sei, habe 2020 eine weitere Schokoladefabrik ihre Tore f├╝r immer schlie├čen m├╝ssen, schreibt Chocosuisse. Bekanntlich musste die Berner Schokoladefabrik Gysi Ende Juni den Betrieb einstellen.

Damit verbleiben den Angaben zufolge heute noch 16 Schokoladefabriken in der Schweiz. ├ťber die ganze Branche ging die Zahl der Angestellten um 4,8 Prozent auf knapp 4.400 zur├╝ck.

Chocosuisse sieht die Schokoladenindustrie weiter unter Druck. Der Start ins Jahr 2021 sei von anhaltenden Herausforderungen gepr├Ągt gewesen. Im J├Ąnner 2021 sei die Exportmenge um 15,3 Prozent zur├╝ckgegangen, aber die Importe ausl├Ąndischer Schokolade h├Ątten um 5,4 Prozent zugenommen.

Diese Entwicklung werde durch den asymmetrischen Grenzschutz von Rohstoffen und Verarbeitungsprodukten gef├Ârdert: Als Folge dessen seien gewisse Rohstoffe in der Schweiz doppelt so teuer wie im Ausland, warnte der Verband. Mit der von den Zuckerherstellern geforderten Festschreibung eines Mindestgrenzschutzes f├╝r Zucker drohe eine zus├Ątzliche Rohstoff-Verteuerung. Chocosuisse rufe die Politik dazu auf, auf diese protektionistische Ma├čnahme zu verzichten.

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