Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck

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Wirtschaft
04/13/2022

Schramböck krempelt um: Top-Jobs zu besetzen

Heikle Postenvergaben in Bundeswettbewerbsbehörde, Schönbrunn und Ministerium

von Michael Bachner

Im ÖVP-geführten Wirtschaftsministerium unter Margarete Schramböck stehen drei wichtige Personalentscheidungen an.

In der Bundeswettbewerbsbehörde ist der Posten des Generaldirektors nach dem Abgang des langjährigen BWB-Chefs, Theodor Thanner, vakant.

Von neun Bewerbungen, zwei Frauen und sieben Männer, dürfte Thanners bisherige Stellvertreterin und jetzige Interims-Chefin Natalie Harsdorf-Borsch die besten Karten haben.

Die Kartellrechtsexpertin hat zuletzt die Überprüfung der Spritpreise gestartet, Ergebnisse werden im Sommer erwartet. Bis dahin soll nach Hearings mit den Kandidaten auch feststehen, wer die Wettbewerbsbehörde künftig leitet. Die Entscheidung fällt nicht Schramböck alleine, sondern im Ministerrat. Die Grünen haben ein Wörtchen mitzureden.

In der Schönbrunn Group (Schloss Schönbrunn, Möbelmuseum Wien, Sisi Museum, Kaiserappartements und Silberkammer in der Hofburg sowie Schloss Hof und Schloss Niederweiden) steht die Verlängerung von Geschäftsführer Klaus Panholzer an. Zuletzt wurde die Bewerbungsfrist um zwei Wochen bis 24. April verlängert.

Eine Erklärung lautet: Das Ministerium habe ursprünglich eine gesetzliche Mindestfrist zwischen Ausschreibung und Bewerbungsende zu knapp bemessen. Eine andere Interpretation lautet: Schramböck lasse aktiv nach Bewerbern suchen. Panholzers Makel: Seine Bestellung war eine der letzten Amtshandlungen von Ex-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner.

Der Schloss-Schönbrunn-Chef kann andererseits trotz Pandemie-bedingter Schließungen auf fünf erfolgreiche Jahre verweisen. Er hat gewichtige Fürsprecher im Aufsichtsrat und wurde soeben in den Vorstand der Vereinigung europäischer Königsschlösser gewählt. Als eine Konkurrentin wird in der Gerüchteküche immer wieder Petra Stolba genannt, die Ex-Chefin der Österreich Werbung.

Neben Kartellwächter und Schlossherr wird auch ein Chef für die wichtige Präsidialsektion im Wirtschaftsministerium gesucht. Deren Leiter Matthias Tschirf wird am 25. April 65 und geht in den Ruhestand. Ursprünglich hieß es, Schramböck habe ihrem Kabinettschef Michael Esterl den Posten des Sektionschefs zugesagt. Doch der interne Widerstand gegen Esterl, der auch schon Chef im Bundesrechenzentrum hätte werden sollen, ist groß. So kristallisiert sich jetzt Gruppenleiter Gerhard Sieber, zuständig für Personalfragen im Ministerium, als Favorit heraus.

Sieber kommt wie Esterl ursprünglich aus dem Landwirtschaftsministerium. Beworben hat sich aber auch der frühere Bereichsleiter für Personal und Recht, Martin Janda, der aktuell in der Bundeswettbewerbsbehörde arbeitet. MIchael Bachner

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