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Wirtschaft
05/04/2021

Schlumberger-Chef: „Niemand erwartet, dass alles so ist wie früher“

Warum 2020 beim Sekt- und Spirituosenverkäufer relativ gut gelaufen ist und dazu just ein Touristenartikel beigetragen hat

von Simone Hoepke

Gestrichene Festivals, Familien- und Firmenfeiern: 2020 wird als weitgehend partyfreie Zone in die Geschichte eingehen. Dennoch ist das Geschäft mit Schaumwein und Spirituosen erstaunlich gut gelaufen. Zumindest bei der Wiener Wein- und Sektkellerei Schlumberger und ihrem Top-Spirit-Getränkegroßhandel: „Wir hatten zehn bis 15 Prozent weniger Umsatz“, sagt Vorstandschef Benedikt Zacherl.

Konsumenten haben ihre Getränkevorräte daheim aufgestockt, also die Umsätze in den Supermärkten und Diskontern angekurbelt. Dazu kommt, dass der Jänner und Feber noch gut liefen, wie auch später die Sommersaison rund um die Seen, erläutert Zacherl. Normalerweise, wenn es keinen Lockdown gibt, setzt er 40 Prozent in der Gastro um. 2020 waren es jedoch keine 25 Prozent.

Die Hoffnung richtet sich jetzt auf den 19. Mai. Jenem Datum, an dem Hotels und Gastronomie wieder öffnen sollen. „Niemand erwartet, dass der Schalter umgelegt wird und alles wieder so ist wie früher“, sagt Zacherl. Um die Öffnungen etwas prickelnder zu machen, setzt er auf Aktionen in der Gastronomie.

Wer ein Glas Rose-Sekt bestellt, bekommt ein zweites gratis. Geschätzte 250 Gastronomen, vor allem im urbanen Bereich, sollen an der Aktion teilnehmen. Die Kosten dafür übernimmt laut Zacherl Schlumberger. Er habe seine Vertriebsmitarbeiter bereits aus der Kurzarbeit zurückgeholt, um das Geschäft anzukurbeln. Denn in der Gastronomie sind die Margen für die Schaumweinhersteller traditionell höher als im Handel. Allerdings ist auch der Aufwand in der Marktbearbeitung enorm, „letztlich ist die Ertragslage also etwa gleich“, meint Zacherl. Die Pandemie habe letztlich gezeigt, dass man beide Standbeine brauche.

Mozart geigt in USA auf

Völlig weggebrochen ist zuletzt das Flughafengeschäft, das früher für ein gutes Viertel des Exportumsatzes verantwortlich war. In diesem Bereich hat ausgerechnet ein klassischer Touristen-Artikel die Bilanz gerettet: Der zum Haus gehörende Mozart-Likör, der offenbar US-Amerikanern schmeckt. Sie haben auch im Coronajahr für steigende Verkaufszahlen gesorgt. Zacherl will heuer 120.000 Liter Likör vom Produktionsstandort Salzburg in die USA exportieren. Das würde einem Umsatzvolumen von rund 1,2 Millionen Euro entsprechen. Auch in Japan sei die Nachfrage zuletzt trotz Pandemie gestiegen.

Detail am Rande: Dass in Österreich derzeit weniger internationale Touristen unterwegs sind, zeigt sich auch daran, dass weniger internationale Mineralwassermarken nachgefragt werden. „Wir verkaufen viel weniger Evian“, nennt Zacherl ein Beispiel von jenen Marken, die Top-Spirit vertreibt.

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