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Wirtschaft
09/13/2020

Saab bietet "den perfekten Jet für Österreichs Bundesheer"

Der schwedische Konzern wirbt mit geringen Kosten und bietet dem Bundesheer seine Gripen an.

Der schwedische Konzern Saab bringt sich mit seinem Kampfflugzeug in Österreich in Stellung. Da das österreichische Bundesheer vor einer möglichen Neuanschaffung von Überschall-Fliegern steht, wollen die Schweden, die seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Militärluftfahrt mit Österreich zusammenarbeiten, ihre Chance nutzen und bieten erneut den Gripen an.

Dieser erfülle "sämtliche Anforderungen der österreichischen Luftwaffe zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis", heißt es seitens des Unternehmens. In einem Hintergrundgespräch mit der APA pries Per Alriksson, Saab Sales Executive und ehemaliger Draken- sowie Gripen-Pilot, die schwedischen Flieger als besonders kostengünstig und effizient an.

"Mit Gripen werden Training und Einsatz rund um die Uhr bei allen Wetterbedingungen geflogen." Die Bodenzeit zur Betankung und Bewaffnung betrage nur zehn Minuten.

Der Gripen zeichne sich durch einen minimalen logistischen Fußabdruck aus und könne in Friedens- und Konfliktzeiten mit einem Bodenpersonal von lediglich drei bis fünf Soldaten operiert werden. Der schwedische Flieger, der im Gegensatz zum Eurofighter nur ein Triebwerk hat, sei aus diesem Grund besonders kosteneffizient.

Gleichzeitig verfüge er über einen modernen Radar, Überschallgeschwindigkeit, allwettertaugliche Waffensysteme, ein Selbstschutzsystem und integrierte Nachtsichtfähigkeit.

Auch sei der Gripen für den von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) angestrebten Umstieg auf ein Ein-Flotten-System geeignet. So könne etwa ein Betrieb mit einer Abfangjägerflotte mit 15 Einsitzern und drei Doppelsitzern sichergestellt werden. Die Investitionen in Infrastruktur zur Modernisierung und Anpassung der Stützpunkte in Zeltweg und Hörsching wären minimal, argumentiert Saab. Dafür wäre ein Umstieg von den Eurofighter auf Gripen ab dem ersten Tag "kosteneffizienter".

Bestandteile der Antwort auf das RFI (Request For Information) im Jahre 2017 waren unter anderem die Wartungsunterstützung, ein flexibles Businessmodell und die Einsatzbereitschaft innerhalb von 24 Monaten ab Vertragsunterzeichnung. Genaue Angaben zu einer möglichen Finanzierung kann Saab nicht machen, denn Österreich will nach den negativen Erfahrungen beim Eurofighter-Kauf eine etwaige Beschaffung ohne Vermittlerprovisionen als Government-to-Government-Geschäft (G2G) abwickeln.

In diesem Fall würde sich die schwedische Verwaltung für Verteidigungsmaterial (FMV), eine Regierungsbehörde, die die schwedische Regierung beim Verkauf von Verteidigungsgütern von Regierung zu Regierung vertritt, einschalten.

Ein typisches G2G-Geschäft hätte den Vorteil, dass eine Komplett-Lösung mit Flugzeugen, Ausrüstung, Ersatzteilen und Schulungen einschließlich Support ab der Erstauslieferung einschließen würde. Es würden zudem fixe Betriebskosten während der gesamten Vertragslaufzeit vereinbart.

Ein solcher Deal könnte auch eine flexible Geschäftslösung und kostensparende Synergien durch Ersatzteil-Pooling mit anderen Ländern, die Gripen fliegen, ermöglichen. Das sind neben Schweden, Tschechien, Ungarn, Thailand und Südafrika.

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