© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
01/12/2022

Ryanair würde gerne Slots unnötiger Lufthansa-Flüge übernehmen

Billigflieger will Start- und Landerechte. Lufthansa kontert.

Der Billigflieger Ryanair hat nach der Kritik der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa an den Regeln der EU zu Start- und Landerechten (Slots) die Gegenposition bezogen. Die EU-Kommission solle "falsche Behauptungen" der Lufthansa über die Notwendigkeit von leeren Geisterflügen ignorieren, erklärte Ryanair am Mittwoch. Die EU solle Lufthansa und andere staatlich subventionierte Fluggesellschaften stattdessen zwingen, Slots freizugeben, die sie nicht nutzen wollten.

"Ghostbusters" wie Ryanair und andere Airlines könnten dann diese Flüge zu niedrigeren Ticketpreisen anbieten. Ryanair hatte vergangene Woche allerdings angekündigt, sich vom Flughafen Frankfurt im Frühjahr wegen der Gebührenerhöhung zurückzuziehen.

EU-Slotregeln

Hintergrund sind die EU-Slotregeln, die während der Pandemie gelockert wurden, weil der Flugverkehr einbrach. Statt 80 Prozent ihrer Slots müssen Airlines derzeit nur 50 Prozent nutzen, um sie zu behalten. Ab Beginn des Sommerflugplans im April steigt die Quote auf 64 Prozent. Ausnahmen sind darüber hinaus möglich, wenn Strecken von Reisebeschränkungen zur Abwehr der Pandemie stark betroffen sind.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im vergangenen Monat kritisiert, die Airline-Gruppe müsse wegen der Quote im Winter 18.000 Flüge durchführen, die sie eigentlich wegen des Einbruchs von Buchungen hätte streichen wollen. Das schade dem Klima und widerspreche den Klimaschutzzielen der EU. Die EU-Kommission führte zur Begründung der wieder strafferen Regeln an, nach Prognose der EU-Behörde Eurocontrol werde der Luftverkehr in diesem Jahr schon wieder 89 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen. Die neue Rate komme den Verbrauchern zugute und sorge für eine effiziente Nutzung der Flughafenkapazitäten.

Vorwürfe

Die Lufthansa beklage sich nicht aus Sorge um die Umwelt, sondern weil sie ihre nicht genutzten Slots schützen und den Wettbewerb ausschalten wolle, warf Ryanair dem Konkurrenten vor. Ein Lufthansa-Sprecher entgegnete, Lufthansa habe nie von Geisterflügen gesprochen. "Uns geht es um eine europäische Harmonisierung der Ausnahmeregelungen für die Nutzung von Start- und Landerechten im laufenden Winterflugplan. Dadurch könnten viele Tausend unnötige Flüge in Europa vermieden werden."

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