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Wirtschaft
04/06/2021

Rewe-Chef läutet neue Preisschlacht bei Billa ein

Es wird an den Preisschrauben gedreht. Die Pickerl bleiben, "Satte Rabatte" sind Geschichte. So wie die Marke Merkur

von Simone Hoepke

Rewe-International-Chef Marcel Haraszti hat mehrfach angekündigt, den Preisdschungel – Rabatte, Pickerl, Sortimentsaktionen – zu lichten. Wohl auch, weil es an den Supermarktkassen immer wieder zu Diskussionen kam, welche Prozente letztlich für welchen Artikel gelten.

Jetzt stellt Haraszti eine neue Preispolitik vor. Und zwar anlässlich der Umfirmierung von 144 Merkur-Märkten auf Billa Plus. Eine neue Preisschlacht wird eingeläutet. „Bei 2.000 beliebten Artikeln reduzieren wir die Kurantpreise. Das ist die größte Preissenkung, die es bei Billa je gab“, sagt Haraszti. Seine Aufgabe wird es mit den neuen Aktionen freilich auch sein, Umsätze vom Erzrivalen Spar zurückzuholen.

Gelingen soll unter anderem mit sogenannten „Extremwochen“, die jeweils von Donnerstag bis Mittwoch gültig sind. „Um die 10  beliebte Artikel in einer Warengruppe werden um bis zu 50 Prozent billiger. Die Aktion gilbt bei jedem Einkauf und sie wird automatisch an der Kassa abgezogen“, wirbt die Rewe am Dienstag. Im Gegenzug werden die „Ich such’s mir aus Rabatt“ und „Satte Rabatte“-Aktionen gestrichen. Dafür gibt es zusätzlich ein Extrem-Wochenende (von Donnerstag bis Samstag) bei Billa Plus, das weitere zehn Produkte einer anderen Warengruppe im Angebot hat.

Alle, die gerne Pickerl picken, können aufatmen: Die Minus-25-Prozent-Pickerl bleiben. Detail am Rande: Sie gelten nun auch für Mehrfachgebinde, also etwa Bierkisten oder 6er-Träger Mineralwasser.

Auch Bio gibt's billiger

Wie berichtet ist bei Billa und Billa Plus auch eine zweite Bio-Marke (Billa Bio) eingezogen, die ebenfalls auf den Preis abzielt. Unter diesem Label soll Bio angeboten werden, das günstiger ist als jenes der etablierten Schwerster-Marke "Ja!Natürlich". Möglich ist das durch unterschiedliche Produktionsstandards. "Ja!Natürlich" wird oft zu Bedingungen hergestellt, die die EU-Bio-Vorschriften bei weitem übertreffen. Das schlägt sich letztlich auch im Preis nieder.

Preisfrage: Wer zahlt die Zeche?

Seitens der Produzenten hält sich die Begeisterung in Grenzen. Während die Rewe den Konsumenten bessere Kurantpreise in Aussicht stellt, fürchtet die Industrie, dass das auf ihre Kosten geht. Denn mit der neuen Preispolitik bringe der Rewe-Konzern den ganzen Lebensmitteleinzelhandel unter Druck - und letztlich auch Billa selbst, meint Josef Domschitz, Geschäftsführer des Fachverbands der Lebensmittelindustrie: "Die Preisschlacht findet auf den Rücken der Produzenten statt, die Preisspirale dreht sich weiter nach unten."

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