Benko kauf das KaDeWe für 1,1 Milliarden

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Foto: dpa Das berühmte Kaufhaus des Westens gehört nun der Signa Unternehmensgruppe um den Tiroler Rene Benko.

Der Wiener Signa-Konzern erwirbt in Deutschland 17 Kaufhäuser der Karstadt-Gruppe.

Erneut hat René Benko einen Mega-Coup gelandet. Mit seiner Immobiliengruppe Signa übernimmt der schillernde Immobilienmagnat in Deutschland nach monatelangen Verhandlungen um 1,1 Milliarden Euro 17 Kaufhäuser und eine Garage. Herzstück des Portfolios ist das Traditionshaus „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) – den Stolz der City, wie die Bild-Zeitung es bezeichnet.

Das 60.000 Quadratmeter große KaDeWe besuchen täglich bis zu 180.000 Kunden aus aller Welt. Damit ist es das größte Kaufhaus Kontinentaleuropas. Der 1907 eröffnete und zuletzt 2004 umgebaute Einkaufstempel erstreckt sich über sieben Etagen und ist berühmt für seine Gourmetabteilung. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt.

benko-000_christandl juerg.jpg Foto: KURIER Rene Benko

 

 

 

Planungssicherheit

Betreiber des KaDeWe bleibt Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen. Alle Objekte, darunter auch die Filiale am Berliner Kurfürstendamm und jene beim Münchener Hauptbahnhof, sind langfristig an die Kaufhauskette Karstadt vermietet, Die langfristigen Mietverträge waren wohl ausschlaggebend für Benkos Engagement. Denn damit ist Planungssicherheit verbunden. Signa ist kein typischer Immobilienentwickler, der die Objekte nach einigen Jahren wieder mit Gewinn abstößt. Kaufen und behalten dürfte auch in diesem Fall die Strategie sein. Wie viel investiert werden muss, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht bekannt geben.

Der Verkäufer der Immobilien ist die Investorengruppe Highstreet, an der unter anderemdie US-Großbank Goldman Sachssowie die Deutsche Bank beteiligt sind. Der frühere Chef des einstigen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hatte die Immobilien für einen Milliardenbetrag an Highstreet verkauft, um mit dem Erlös das Not leidende Geschäft des Kaufhauskonzerns zu finanzieren. Bereits 2011 wurden von Highstreet das bekannte Münchener Kaufhaus Oberpollinger sowie weitere Karstadt-Immobilien erworben. Damit gehören Benko nun zwei der drei Premium-Warenhäuser von Karstadt.

Benko hatte auch für die Metro-Tochter Kaufhof geboten, ebenso wie Berggruen. Metro hatte den ursprünglich geplanten, milliardenschweren Verkauf Anfang dieses Jahres aber auf Eis gelegt. Als Grund wurde die schwierige Lage an den Finanzmärkten genannt.

Projekte

Für Benko ist der jetzige Deal der größte in der 13-jährigen Unternehmensgeschichte. Insgesamt hat Signa bereits 5,5 Milliarden Euro investiert. Zu den bekanntesten Projekten zählen das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck sowie in Wien in der Tuchlauben das „Goldene Quartier“. Dieses erstreckt sich vom Hof bis zu den Tuchlauben. Im November eröffneten dort die ersten Shops von Nobelmarken, darunter Giorgio Armani und Louis Vuitton. In den oberen Stockwerken entstehen Nobelwohnungen. In dem Komplex befindet sich auch das Penthouse, in dem einst Helmut Elsner wohnte. Die Ex-Länderbank-Zentrale am Hof wird derzeit zu einem 5-Sterne-Hotel umgebaut. Benko erwarb zudem das Immobilienpaket der Bank Austria mit Häusern wie Meinl am Graben, das Bank Austria Kunstforum oder die Getreidegasse 1 in Salzburg.

Renditen von 50 Prozent erfreuen Großinvestoren wie den Hälfte-Eigentümer, den griechischen Reeder George Economou. Benkos Privatvermögen wird auf 550 Millionen Euro geschätzt.

Zur Person

Karriere

Geboren 1977, kam Benko mit 18 Jahren in Tirol mit dem Ausbau von Dachböden ins Geschäft. Für die Matura hatte er keine Zeit. Nach ersten Erfolgen errichtete Benko mit Karl Kovarik, dem Erben der Stroh-Tankstellen, in Österreich Ärztezentren und kaufte in Berlin 35 Zinshäuser.

Signa

2006 bündelte Benko seine Geschäfte in der Signa-Holding. Das Kapital für die Expansion soll von Großinvestoren stammen. Kürzlich wurde Benko wegen Versuchs der verbotenen Intervention zu einem Jahr bedingter Haft nicht rechtskräftig verurteilt. Benko ist verheiratet und hat einen Sohn.

(KURIER) Erstellt am
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