Wirtschaft
09.01.2018

Prognose: Wohnungsmangel in Wien wird kleiner

Eine Zunahme fertiggestellter Wohnungen bringt Entspannung am Wohnungsmarkt, prophezeit Immobilienentwickler EHL. 2018 werden auch besonders viele neue Büroflächen entstehen.

Durch einen erneuten Anstieg bei fertiggestellten Wohnungen wird sich in Wien die Angebotslücke heuer weiter verkleinern, erwartet der Immobilien-Dienstleister EHL. Für Wiens Büromarkt wird für 2018 mit der höchsten Neuflächenproduktion seit 2018 gerechnet. Trotz weiter starker Nachfrage nach Immo-Investments werde das Rekordjahr 2017 aber nur schwer zu überbieten sein.

Schon 2017 habe sich am Wiener Wohnungsmarkt der starke Nachfrageüberhang etwas verringert, weil rund 8.000 neue Einheiten fertig wurden. Dennoch seien dies um rund 7.000 Wohnungen weniger gewesen als tatsächlich benötigt würden, erklärte EHL am Dienstag. 2018 würden zirka 8.500 Einheiten bezugsfertig werden, die Angebotslücke werde dadurch kleiner.

280.000 m² neue Büroflächen

Die stark gewachsene Neubauleistung habe das Preisniveau stabilisiert. Im Schnitt stiegen die Mieten um 1,1 Prozent und die Kaufpreise um 3,0 Prozent, so Wohnungsmarktexpertin Sandra Bauernfeind vor Journalisten. Auch die Wohnungsmarkt-Aktivität hat sich 2017 gegenüber dem Jahr davor leicht erhöht. Es wurden laut EHL 12.000 Wohnungen verkauft und etwa 43.000 vermietet. Der Fokus sei dabei auf Eigentumseinheiten bis zu 70 m² gelegen.

Auf dem Wiener Büromarkt verspricht nach Ansicht von EHL die für 2018 absehbare Fertigstellungswelle eine entsprechende Dynamik. 2018 werde der Markt wieder deutlich dynamischer sein als 2017: Die Neuproduktion soll auf 280.000 m² steigen, den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Noch vor zwei Jahren hätten zahlreiche Unternehmen geplante Übersiedelungen aus Mangel an geeigneten Flächen verschieben müssen, nun sei das Angebot wieder groß genug.

Handelsketten wollen nach Wien

Bei Einzelhandelsimmobilien sieht EHL nur eine geringe Neuflächenproduktion, zudem würden schwache Bestandsflächen dauerhaft vom Markt genommen. Für internationale Händler und Marken sei der Wiener Einzelhandelsmarkt anhaltend attraktiv, das würden zahlreiche Markteintritte beweisen. Das Flächenwachstum insgesamt konzentriert sich auf Supermärkte, Bio, Gastro und Entertainment.

Das heimische Investmentvolumen werde heuer trotz ungebrochen starker Nachfrage wohl nicht über dem Rekordjahr 2017 liegen können, vermuten die Immobilienexperten. 2017 war mit 4,7 Mrd. Euro Transaktionsvolumen - ein Zuwachs um drei Viertel gegenüber 2016 - das bisher stärkste Investmentjahr am österreichischen Immobilienmarkt gewesen.