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Private Banking
03/18/2013

Diskreter Kampf um die oberen 80.000

Die kleinen "Greißler" ziehen sich zurück, die größeren Banken wollen mehr Kundschaft.

von Christine Klafl

In der Stadt Salzburg drängen sich die Banken beinahe ebenso dicht wie die Menschen durch die Altstadt. Die Privatbank Gutmann, Marktführer im heimischen Private Banking, hat jetzt trotzdem in der noblen Getreidegasse eine Niederlassung eröffnet. „Salzburg Stadt ist overbanked, aber nicht die Region“, sagt Gutmann-Vorstandsvorsitzender Frank W. Lippitt. Von der Getreidegasse aus sollen Salzburg, Oberösterreich, Tirol und der südbayrische Raum beackert werden. Als Kundschaft will Niederlassungs-Leiter Robert Striberny Vermögende, Stiftungen und Unternehmen gewinnen.

Dass die Privatbank, die zu 80 Prozent der Unternehmerfamilie Kahane gehört, 91 Jahre nach ihrer Gründung zum ersten Mal nach Westen expandiert (in Budapest und Prag ist sie schon), kommt nicht von ungefähr. Das Schweizer Bankhaus Vontobel hat sich im Vorjahr aus Österreich (Salzburg) zurückgezogen. Der ehemalige Vontobel-Österreich-Vorstand Striberny hat bei Gutmann angeheuert. Da Diskretion zum Kerngeschäft der Private Banker gehört, will der 50-jährige Salzburger nicht sagen, wie viele Kunden mit ihm gewechselt haben. Nur so viel: „Die Niederlassung rechnet sich vom Start weg. Wir liegen der Mutter nicht auf der Tasche.“

Rückzug

Der heimische Markt für die Verwaltung von kleineren und größeren Vermögen ist in Aufruhr. Neben Vontobel hat auch Berenberg, die älteste Privatbank Deutschlands, Österreich den Rücken gekehrt. Genau so wie die traditionsreiche Schweizer Privatbank Sarasin. Österreichs Reiche sind nicht ärmer geworden. Die Privatbanken haben mit anderem zu kämpfen: Einerseits sprudeln im Geschäft mit Vermögenden, die vornehmlich risikolos veranlagen wollen, die Gewinne nicht üppig. Andererseits bedeuten die höheren Regulierungs-Anforderungen (wie mehr Dokumentation) höhere Kosten. „Private Banking, das weniger als fünf Milliarden Euro verwaltet, ist nicht rentabel zu führen“, sagte Robert Zadrazil, Vorstand des Private Banking der Bank Austria, kürzlich.

Private Banker Dietmar Baumgartner, der im Jänner von einer australischen Großbank in den Vorstand der Wiener Semper Constantia Privatbank wechselte, sieht in der Semper „eine der ertragsstärksten Banken“. Mit den Standbeinen Depotbank, Fonds und Beratung sei die Semper „profitabler aufgestellt als andere“. Im Vorjahr habe die Bank ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von gut elf Millionen Euro erwirtschaftet. Expandieren will Semper (mit Standorten in Wien und Villach) erst mittelfristig.

„Ich habe in meiner Jugend noch mit überzogenem Studentenrahmen Optionsscheine gekauft. Der Berater würde heute geteert und gefedert“, erzählt Christian Ohswald, Leiter des Raiffeisen Private Banking in Wien. Die jetzigen Regulierungen, die hohe Kosten verursachen, wären ein zusätzlicher Turbo beim Abgang der einen oder anderen Privatbank. Mit der Privatbank Kathrein kümmert sich Raiffeisen um Vermögende, mit Ohswalds sechs Kompetenzzentren auch um den Mittelstand (ab 150.000 Euro). Immer wieder tauchen Gerüchte auf, dass Kathrein mit dem Wiener Private Banking zusammengelegt werden könnte. „Das bleibt getrennt“, sagt Ohswald. Er bietet seiner Kundschaft neben Beratung und Veranlagung auch Kreditfinanzierungen an. „Breiter aufgestellt ist man stressresistenter“, sagt Ohswald.

Das natürliche Wachstum im heimischen Private Banking gibt Gutmann-Chef Lippitt mit sieben bis acht Prozent pro Jahr an. Jetzt „gibt es die Möglichkeit, schneller zu wachsen“, schmunzelt der groß gewachsene Banker.

Reichtum in Zahlen

80 Tausend

So viele Personen in Österreich besitzen ein Vermögen von mehr als 1 Mio. Euro.

150 Mrd. Euro

Auf so viel wird das Vermögen der heimischen Millionäre geschätzt.

70 Prozent

So viele Vermögende glauben, dass die nächste Generation nicht gut mit Geld umgehen kann.

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