Die Wirtschaftskammer ist klar gegen eine Einwegpfand-System

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
10/20/2020

Pfandsystem die günstigste Alternative?

Die NGO Greenpeace fordert die Einführung des deutschen Modells beim Einwegpfand.

von Johannes Arends

Nachdem Umweltministerin Leonore Gewessler am 7. September ihren Drei-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Plastikmüll präsentierte, wird in der Bundesregierung die mögliche Einführung eines Pfandsystems für Einweg-Plastikflaschen diskutiert. Rückenwind bekam Gewesslers Plan am Montag von Greenpeace.

Fakt ist, dass ein gemeinsamer EU-Beschluss vom vergangenen Jahr vorgibt, dass bis 2029 alle Mitgliedsstaaten 90 Prozent der entsorgten Einweg-Plastikflaschen getrennt sammeln müssen. Wird dieser Wert nicht erreicht, drohen hohe Strafzahlungen. Aktuell erreicht kein EU-Staat ohne Pfandsystem diesen Wert.

Auch deshalb dürfte ein solches hierzulande wohl kommen, argumentiert Greenpeace. Das gilt auch für die im Gewessler-Plan enthaltene Mehrweg-Quote für den Handel. Ein gewisser Anteil der im Supermarkt angebotenen Produkte müsste also verpflichtend in wiederbefüllbaren Flaschen angeboten werden, für kleinere Geschäfte dürfte es Ausnahmen geben.

Sowohl die Wirtschaftskammer, als auch der Handelsverband kritisierten diesen Vorschlag bereits. Sie argumentieren mit Mehrkosten, die unter anderem durch neue Doppelgleisigkeiten entstehen würden. Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit verweist auf das Pfandsystem in Deutschland: Dort werden 95 Prozent der Pfandflaschen zurückgebracht, zudem wären anfängliche Gegner, wie Supermarktketten, inzwischen zu Pfand-Befürwortern geworden.

Kritik an ARA-Zahlen

Eine gemeinsame Studie der Wiener BOKU sowie der Montanuniversität Leoben habe zudem ergeben, dass ein Pfandsystem die kostengünstigste Möglichkeit sei, um die EU-Vorgabe zu erreichen. Denn ohne Pfandsystem wären andere kostenintensive Maßnahmen wie das Aussortieren von Flaschen aus dem Restmüll nötig, die jährlich rund 30 Millionen Euro mehr kosten.

Durchaus scharfe Kritik gab es an der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), die zuletzt Zahlen veröffentlicht hatte, wonach acht von neun Bundesländern eine Sammelquote von über 70 Prozent erreichen. Für diese Zahlen gäbe es keinen klaren Nachweis, Forscher kämen österreichweit auf deutlich schlechtere Ergebnisse.

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