OMV-Chef Gerhard Roiss glaubt, dass Öl weiterhin teuer bleibt.

© AP_Hans Punz

Rekord
02/21/2013

OMV verstärkt Suche nach neuen Ölquellen

Jahresergebnis 2012 um 35 Prozent gestiegen.

von Irmgard Kischko

Gerhard Roiss, Generaldirektor der OMV, war sichtlich zufrieden: „Wir haben 2012 das beste Ergebnis in der Geschichte geschrieben. Und wir haben unsere Öl- und Gasbohrprojekte verdoppelt. Das ist die Zukunft“, fasste er die Highlights des Jahres 2012 zusammen.

Auch die Aktionäre freut das. Die Aktie ist im Vorfeld der Bekanntgabe der Bilanz deutlich gestiegen. Die Dividende wird von 1,1 Euro je Aktie auf 1,2 Euro angehoben.

Mit Hochdruck geht die OMV die Suche nach Öl und Gas an. 500 Millionen Euro im Jahr wird in diesen Bereich gesteckt. In Explorationsfeldern, in denen 900 Millionen Fass Öläquivalente (beinhaltet Öl und Gas) vermutet werden, ist die OMV weltweit engagiert – doppelt so viel wie 2011. Nach neuem Öl und Gas gesucht wird in der Nordsee, im Schwarzen Meer, im Nordirak und Neuseeland. Einsteigen will der Konzern in die Ölsuche in Afrika südlich der Sahara.

Ab 2016 soll die eigene Öl- und Gasförderung dadurch kräftig steigen. Der Anteil der Förderung in Österreich und Rumänien, der jetzt noch bei zwei Drittel der OMV-Produktion liegt, soll allmählich sinken und 2021 auf ein Drittel schrumpfen.

Finanziert wird die Ölsuche zum Teil mit Cash aus dem Tankstellen- und Raffineriegeschäft. 2012 wurden Tankstellen in Bosnien und Kroatien verkauft, weitere Verkäufe sind geplant. Im heimischen Tankstellengeschäft schreibt der Konzern Verluste. „Der Absatz sinkt und die Margen sind klein“, begründete dies Vorstand Manfred Leitner. Mühsam bleibt das Gasgeschäft. Der Importpreis von Russengas liegt nämlich über den europäischen Marktpreisen. In Österreich ist Gas daher ein Verlustgeschäft.

Update: Im Interview mit der ZIB2 am Donnerstagabend sagte Roiss, dass das seit Jahren geplante Gaspipeline-Projekt Nabucco nicht "auf Seite Eins der Strategie der OMV" stehe. Die Nabucco sei Mittel zum Zweck, "um unser eigenes Gas vom Schwarzen Meer nach Europa, nach Österreich, zu bringen".

Das Nabucco-Projekt sei im Finale um die Gasquellen aus dem Kaspischen Raum. Ob die OMV mit ihrem Pipelineprojekt Nabucco, das sie gemeinsam mit anderen Energiekonzernen verfolgt, gegen das konkurrierende Projekt aus Italien durchsetzen wird, soll sich Mitte des Jahres entscheiden, erinnerte Roiss.

Die OMV werde die Anteile des deutschen Nabucco-Partners RWE, der aus dem Pipelineprojekt aussteigt, komplett übernehmen und weitergeben, berichtete der OMV-Chef. "Wir sind dabei, das zu übernehmen." Roiss erinnerte daran, dass die Gasproduzenten aus der kaspischen Region, das Shah-Deniz-Konsortium, 50 Prozent am Nabucco-Projekt übernehmen wollen, was vertraglich festgehalten ist. Die Gasproduzenten haben sich eine diesbezügliche Option gesichert.

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