Austrian energy group OMV's refinery is pictured in Schwechat February 20, 2013. OMV said on February 21 fourth-quarter underlying profit rose a better-than-expected 30 percent as production in Libya recovered from the country's civil war. Picture taken February 20, 2013. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: ENERGY BUSINESS)

© Reuters/HEINZ-PETER BADER

Halbjahres-Bilanz

OMV: Verkäufe treiben Gewinne in die Höhe

Im Gasgeschäft sorgen die hohen Preise von Gazprom und Statoil beim heimischen Mineralölkonzern für rote Zahlen.

von Franz Jandrasits

08/13/2013, 05:12 PM

Der heimische Öl- und Gasriese OMV legte im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung hin. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg von Jänner bis Juli um mehr als ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte mit 31 Prozent sogar um ein knappes Drittel auf 1,3 Milliarden zu. Allerdings stammt ein beachtlicher Teil des Gewinns aus Einmaleffekten, die – so Finanzchef David Davies bei der Präsentation der Halbjahresbilanz am Dienstag in Wien – „natürlich nicht zu wiederholen“ seien.

783 Millionen Euro

Allein 440 Millionen stammen aus dem Verkauf der strategischen Ölreserven an die mehrheitlich der OMV gehörenden Erdöllagergesellschaft. Mit dem Verkauf der Tankstellen in Kroatien und Bosnien sowie dem Schmiermittelgeschäft in Österreich summieren sich die Einmal-erträge auf insgesamt 783 Millionen Euro.

OMV-Chef Gerhard Roiss (Bild) ist mit dem Ergebnis dennoch hoch zufrieden. Die Sondereffekte seien „kein Windfall Profit, der vom Himmel gefallen ist“. Am Verkauf der strategischen Reserven habe man eineinhalb Jahre lang gearbeitet. Damit würden Mittel für Investitionen in Öl- und Gas-Exploration frei. In diesen sogenannten Upstream-Bereich fließen in den nächsten Jahren gut zwei Drittel aller Investitionen.
Die Hauptsparte der OMV lieferte im 1. Halbjahr wegen des gesunkenen Ölpreises und auch aufgrund eines leichten Produktionsrückgangs um zehn Prozent weniger Ergebnis ab als im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch einen streikbedingten Stopp der Produktion in Libyen. Derzeit wird in Libyen allerdings wieder in vollem Umfang gefördert.

In die roten Zahlen rutschte im 2. Quartal das Gasgeschäft, das Betriebsergebnis sackte auf minus 35 Millionen ab. Der Hauptgrund dafür sind die langfristigen Gas-Lieferverträge mit der russischen Gazprom und der norwegischen Statoil. Der an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis ist – so der für die Sparte zuständige Vorstand Hans-Peter Floren – deutlich höher als der erzielbare Verkaufspreis an die OMV-Kunden. Derzeit laufen Verhandlungen, um die Lieferpreise stärker an die tatsächlichen Marktbedingungen anzupassen. Wie stark die Bezugspreise sinken könnten, will die OMV nicht kommentieren.

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