Kampf um Österreichs Lotterien, auch Franzosen wollen mitbieten
FDJ-Managerin Giovanna D’Esposito: „Voraussetzung für unsere Teilnahme ist ein faires Verfahren“.
Um die Neu-Vergabe der Lotterien-Lizenz zeichnet sich ein spannender Wettkampf zwischen internationalen Glücksspiel-Konzernen ab. Am Freitag gab der teilstaatliche französische Lotto-Riese FDJ United (La Francaise de Jeux) seine Ambitionen auf den Einstieg in Österreich bekannt.
„Wir sind sehr interessiert an der Lizenz in Österreich und bereiten uns schon seit Längerem vor“, bestätigte Giovanna D’Esposito, Chief Officer International Lottery von FDJ United, im Gespräch mit dem KURIER.
Der Gaming-Konzern will ebenso wie die britisch-amerikanische Brightstar-Gruppe ein Konsortium mit lokalen österreichischen Partnern aufstellen. Es gebe eine Shortlist, aber Namen nennt D’Esposito lieber noch nicht. Die potenziellen Partner kämen aus dem Banken-, IT- und Einzelhandelsbereich. FDJ United gründete bereits eine Gesellschaft in Österreich und will im Konsortium die Mehrheit behalten.
Noch hat der börsenotierte Konzern die Teilnahme an der Ausschreibung für die Ende September 2027 auslaufende Lotto-Konzession nicht fix beschlossen. Voraussetzung sei ein faires und transparentes Verfahren, betont D’Esposito, die das Spielerschutz-Engagement hervorhebt.
„Mehr ist möglich“
Ob man sich auch um Online-Konzessionen bewerbe, sei noch offen.
Sie sei überzeugt, dass FDJ mit der jahrzehntelangen internationalen Erfahrung im Lotto-Geschäft die Umsätze und die Steuerleistung in Österreich steigern und die Zahl der Spieler erhöhen könne. Die Franzosen wollen auch das Online-Lotto forcieren, das traditionelle Spiel sei jungen Kunden zu passiv. In Österreich spielen nur 40 Prozent der Bevölkerung Lotto. In Frankreich jeder Zweite und in Irland 72 Prozent.
FDJ wurde 1933 gegründet und ist, ebenso wie die Österreichischen Lotterien, Mitglied der Euromillionen. 2023 übernahm man die Lotteries Ireland. Die börsenotierte Gruppe ist der weltweit fünftgrößte Lotto-Anbieter und erzielte im Vorjahr mit 33 Millionen Spielern und 34.000 Vertriebspartnern in Frankreich und Irland einen Brutto-Spielertrag von 8,7 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge liegt bei 25 Prozent.
Der französische Staat ist mit 21 Prozent beteiligt, 16 Prozent halten Veteranen-Vereinigungen. Fast drei Viertel des Bruttospielertrags (Einsätze minus Auszahlungen) kommt aus dem Lotto.
Die heimischen Lotterien sind eine Tochter der Casinos Austria und mit einem Bilanzgewinn 2025 von knapp 159 Millionen Euro die Cash-Cow der teilstaatlichen Glücksspielgruppe. Die Mehrheit hält der tschechische Allwyn-Konzern des Milliardärs Karel Komarek.
Brightstar ist nach eigenen Angaben international die Nummer eins und will mit Vertriebs- und Medienpartnern ins Rennen gehen. Im Entwurf der Koalition zum neuen Glücksspielgesetz ist der Online-Vertrieb von Lottoprodukten weiterhin nur dem Lotto-Konzessionär vorbehalten.
Kommentare