Öl- und Gasfeldausrüster SBO beliefert nun die Rüstungsindustrie

Mit 3D-Metalldruck will sich das österreichische Unternehmen sehr diversifizieren. Der hohe Ölpreis ist kein Grund zur Freude.
SBO hat sowohl im 3D-Druck von Metallteilen als auch in der Nachbearbeitung große Expertise.

Zusammenfassung

  • SBO diversifiziert mit 3D-Metalldruck, u.a. in Raumfahrt und Rüstungsindustrie, nachdem das Öl- und Gasgeschäft 2025 schwächelte.
  • Der Iran-Krieg und logistische Herausforderungen im Nahen Osten belasten das Geschäft, trotz steigender Nachfrage und hoher Ölpreise.
  • Langfristig setzt SBO auf Wachstum in neuen Industrien wie Geothermie, Lithiumbohrungen und additive Fertigung, bleibt aber vom Energiemarkt abhängig.

Das vergangene Jahr lief nicht so gut für SBO, doch im letzten Quartal und in den ersten Monaten 2026 zog das Geschäft wieder deutlich an. Doch kaum gingen wieder mehr Aufträge ein, kam es zum Iran-Krieg. Das weltweit tätige Unternehmen mit Sitz im niederösterreichischen Ternitz ist so etwas immerhin gewohnt. Nicht umsonst heißt der erste Teil des Firmenmottos "Navigating Challenges". Der zweite Teil heißt "Shaping the future". Seine eigene Zukunft gestalten will SBO, indem es sich viel breiter als bisher aufstellt.

Lage im Ölgeschäft war 2025 noch ganz anders

Der Umsatz ist 2025 um 18,8 Prozent auf 455,3 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 71 Millionen Euro, nach 101,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. CEO Klaus Mader führt das vor allem auf das schwierige Marktumfeld zurück. "Am 31. Dezember lag der Ölpreis für Brent noch bei 60 Dollar." Durch das Überangebot sind Investitionen von Öl- und Gasunternehmen stark zurückgegangen.

Schwacher Dollar kostete 18 Millionen Euro

Dazu kamen noch andere Schwierigkeiten: "Die USA haben im Schnitt alle 3,5 Tage neue Zollankündigungen gemacht." Das hätte für große Verunsicherung bei Kunden gesorgt. Der schwache Dollar war zusätzlich belastend. Durch Wechselkursverluste verlor SBO 18 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftet 80 Prozent seiner Umsätze in Dollar. 45 Prozent der Belegschaft (insgesamt 1.400 Personen) arbeiten in den USA.

Klaus Mader leitet SBO seit Jänner 2024.

Klaus Mader leitet SBO seit Jänner 2024.

Hoher Ölpreis ist nicht so gut für SBO

Derzeit ist der Iran-Krieg das größte Problem für SBO. Das Unternehmen hat drei Standorte in der Region (2 in Dubai, einen in Saudi-Arabien). 14 Prozent des Konzernumsatzes werden im Nahen Osten erzielt. Die Aktivitäten in der Region laufen weiter, laut Mader steigt die Nachfrage sogar, aber: "Die Logistik aus der Region hinaus und rein ist sehr herausfordernd bis unmöglich." Auch der hohe Ölpreis freut den CEO nicht. "Ideal wäre ein Preis zwischen 70 und 90 Dollar. Ein höherer Preis würgt das wirtschaftliche Wachstum ab."

Die Öl- und Gasindustrie unterliege stets Zyklen mit starken Schwankungen. SBO, das u.a. amagnetischen Stahl für Rohre oder Bohrmotoren anbietet, sei sehr darauf eingestellt. Der Mitarbeiterstand wird u.a. sehr rasch ab- und auch wieder aufgebaut. Langfristig will man aber in anderen Industrien wachsen.

Mit 3D-Druck Raumfahrt und Rüstung erobern

"Hoher Druck, hohe Temperatur, hohe Korrosionsbeständigkeit. Überall, wo extreme Bedingungen herrschen" könne SBO sein Know-how einsetzen. Geothermie, Bohrungen nach Lithium, Additive Fertigung (3D-Druck) und Technologien zur Durchflusskontrolle sollen zukünftige Betätigungsfelder sein.

Besonders der 3D-Druck von hochkomplexen Metallkomponenten soll die Eintrittskarte in aufstrebende Sektoren wie Luft- und Raumfahrt sowie Rüstungsindustrie sein. Im Raumfahrtbereich hatte SBO bereits die NASA, SpaceX oder Blue Origin als Kunden. Im Rüstungsbereich gebe es auch schon konkrete Aufträge, über die Mader aber nichts verraten darf.

Iran-Krieg erschwert den Ausblick

Ein Ausblick auf 2026 fällt Mader schwer. "Es wird alles sehr stark von der Dauer des Iran-Konflikts abhängen." Im Bereich Öl- und Gasausrüstung gebe es zwar eine kurzfristige enorme Unsicherheit, mittel- bis langfristig scheint das Geschäft aber stabil. "Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, KI-Rechenzentren - das alles bedeutet einen enormen Hunger nach Energie, der durch alle möglichen Quellen befriedigt werden muss. Öl und Gas und die Energiewende sind kein "entweder, oder", sondern ein "sowohl, als auch"."

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