Spritpreise eskalieren: So reagieren unsere Nachbarländer
Der seit Ende Februar andauernde Krieg gegen den Iran hat eine globale Rohstoffkrise ausgelöst, die nun durch erste Angriffe auf die iranische Energie-Infrastruktur massiv eskaliert. Nachdem das riesige Erdgasfeld Pars beschädigt wurde, stieg der Ölpreis für die Sorte Brent sprunghaft auf über 109 Dollar.
Die Folgen sind weltweit spürbar: Da Katar die Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) eingestellt hat, fehlen dem Weltmarkt aktuell 20 Prozent des Angebots, während die fast vollständige Sperrung der Straße von Hormus die Versorgung zusätzlich erschwert.
Drastische Maßnahmen in Europa
In Europa reagieren die Regierungen mit unterschiedlichen Strategien auf den „Erdöl-Notstand“:
- Slowakei: Hier wurde der Treibstoffverkauf massiv eingeschränkt. Pro Fahrzeug dürfen nur noch Diesel und Benzin im Wert von maximal 400 Euro getankt werden; die Mitnahme in Kanistern ist auf zehn Liter begrenzt. Um den Tanktourismus einzudämmen, zahlen Ausländer zudem höhere Preise, die sich am Durchschnitt der Nachbarländer orientieren.
Italien: Die Regierung in Rom setzt auf Entlastung und senkt die Kraftstoffpreise für 20 Tage um 25 Cent. Gleichzeitig wurde ein Überwachungssystem durch die Finanzpolizei eingerichtet, um spekulative Preismanipulationen der Energiekonzerne zu verhindern.
Deutschland: Die schwarz-rote Koalition lehnt einen Tankrabatt als „Konzernförderung“ ab. Geplant ist stattdessen, Preisänderungen an Tankstellen auf einmal pro Tag zu beschränken und die Befugnisse des Bundeskartellamts zu stärken.
Druck auf die USA
In den USA ist der Preis für eine Gallone Diesel auf über fünf Dollar gestiegen, was für die Regierung unter Donald Trump angesichts der bevorstehenden Kongresswahl politischen Sprengstoff birgt. Als Sofortmaßnahme setzte Trump den Jones Act für 60 Tage aus, damit auch ausländische Schiffe Treibstoff zwischen US-Häfen transportieren dürfen. Vizepräsident JD Vance kündigte zudem weitere Treffen mit der Ölindustrie an, um die Teuerung abzufedern.
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