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Wirtschaft
05/23/2021

Oatly: Schwedischer Haferdrink hebt an der Börse ab

Pionier bei veganen Milch-Alternativen ist schon zwölf Milliarden Dollar wert. Es gibt aber auch Kritik am Hype.

von Anita Staudacher

Vegane Alternativen zur Milch liegen in den USA und Europa voll im Trend. Einer der Profiteure davon ist der schwedische Haferdrink-Hersteller Oatly, der diese Woche ein fulminantes Debüt an der US-Technologieböre Nasdaq feierte. Gleich am ersten Handelstag am Donnerstag hob der Kurs der Oatly-Papiere zeitweise um mehr als ein Drittel ab, letztlich gab es ein Plus von fast 19 Prozent. Zuvor lag der Ausgabepreis mit 17 Dollar schon am oberen Ende der Zeichnungsspanne. Am Freitag setzte sich die Rally mit einem Plus von mehr als 11 Prozent fort.

12 Mrd. Dollar wert

Das Unternehmen mit Sitz in Malmö wurde damit an der Börse mit mehr als zwölf Milliarden Dollar bewertet. Mit der Ausgabe von rund 84,38 Millionen Aktien sammelte Oatly bei neuen Investoren 1,43 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen und einige seiner Anteilseigner nahmen beim Börsengang bis zu 1,65 Milliarden Dollar ein. Davon gehen 1,1 Milliarden an das Unternehmen selbst. „Die Einnahmen gehen in den Ausbau der Kapazität auf allen drei Kontinenten, auf denen wir vertreten sind“, sagte Vorstandschef Toni Petersson. „Die Nachfrage steigt ständig. Wir hatten es schwer, da mitzuhalten.“

Petersson, der dem Unternehmen seit 2012 vorsteht, mischt sich gerne in die Politik ein. Er ist ein Befürworter der Kennzeichnung von gesunden Lebensmitteln und unterschrieb in Deutschland eine Petition dazu.

Zufallsprodukt

Gegründet wurde Oatly 1994 von den Brüdern Rickard und Björn Öste. Die Erfindung der Hafermilch war eher ein Zufallsprodukt. Rickard Öste, ein Professor für Lebensmittelchemie, forschte jahrelang zum Thema Laktoseintoleranz und entwickelte einen Milchersatz auf Haferbasis. Sein älterer Bruder Björn verkaufte seine IT-Sicherheitsfirma und gemeinsam stiegen sie in die Lebensmittelindustrie ein.

Oprah Winfrey und Blackstone

Oatly ist heute der größte Haferdrink-Hersteller der Welt und profitiert davon, dass immer mehr Menschen Ersatz für Kuhmilch kaufen. Das Unternehmen stellt inzwischen auch Eis, Joghurt und Aufstriche aus Hafer her. Oatly hatte im vergangenen Jahr seinen Umsatz auf 421 Millionen Dollar verdoppelt. Das Unternehmen verkauft seine Produkte heute in rund 20 Ländern. Zu den Investoren gehören die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, Schauspielerin Natalie Portman und der Investmentfonds Blackstone.

Kritik an Blackstone

Viele Hafermilch-Fans kritisieren den Deal mit Blackstone scharf und riefen sogar zum Boykott der Marke auf. Blackstone steht für Investitionen in ein brasilianisches Infrastrukturunternehmen in der Kritik, das für massive Rodungen im Amazonas-Regenwald verantwortlich sein soll. Das passt so gar nicht mit dem Klimaversprechen und Weltverbesserer-Image von Oatly zusammen.

An der Börse in New York gesellt sich Oatly zum Fleischersatzhersteller Beyond Meat. Das Unternehmen war im Mai 2019 an die Börse gegangen, die Aktie stieg seitdem von 25 Dollar auf rund 108 Dollar. Mit weiteren Börsengängen aus der Veggie-Welt ist zu rechnen.

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