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Wirtschaft
04/30/2020

Noch keine Einigung bei Caritas-KV

Die Gewerkschaftsvertreter fordern eine höheren Abschluss für die "Heldinnen und Helden der Corona-Krise".

Die Verhandlungen um einen neuen Kollektivvertrag für die 15.000 Caritas-Beschäftigten spießen sich nach wie vor. Die Gewerkschaft will mehr als die von der Organisation bereits einseitig beschlossene Lohnerhöhung um 2,7 Prozent und gab sich nach einer Vertagung am Donnerstag enttäuscht. Vonseiten der Caritas zeigte man sich zuversichtlich und offen für weitere Gespräche.

Die Arbeitnehmer fordern einen Abschluss wie in der Sozialwirtschaft und der Diakonie, der die Leistung der Beschäftigten mit einer Gehaltserhöhung und einer Arbeitszeitverkürzung würdige, erklärten die Gewerkschaften GPA-djp und vida in einer gemeinsamen Aussendung.

Mehrbelastung durch Corona-Krise

"Die Caritas-Beschäftigten arbeiten in den Bereichen Pflege, Betreuung und Beratung und zählen damit eindeutig zu den Heldinnen und Helden der Corona-Krise. Sie verdienen jetzt einen guten Abschluss", sagte Andreas Laaber, Verhandler für die GPA-djp.

Die Caritas teilte dazu mit, dass man sich eine Rückkehr zur Sachlichkeit und "ein Zurück an den Verhandlungstisch" wünschen würde. "Die aktuelle Stellungnahme der Gewerkschaft ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, die Gespräche verliefen durchaus konstruktiv", betonte ein Sprecher. Ein weiterer Verhandlungstermin sei für Mitte Mai bereits vereinbart worden.

Die Bitte laute, die Mitarbeiter nicht zu verunsichern. "Immerhin wurde bereits vor Wochen ein Lohnplus von 2,7 Prozent rückwirkend mit Anfang Februar vorgenommen, das damit deutlich höher als die allermeisten Abschlüsse im Jahr 2020 liegt", hieß es in einer Stellungnahme an die APA. "Gerade in der jetzigen Situation sollte es um Lösungen und nicht um ideologische Fragen gehen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine solche Lösung gemeinsam mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat finden und erarbeiten werden."

Orientierung an SWÖ

Die Beschäftigten der Caritas sind nicht nach dem Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), sondern nach einem eigenen KV angestellt, der sich an ersterem orientiert. Ende Februar hatten Caritas-Mitarbeiter mit Streiks auf ihre an die SWÖ angelehnte Forderung nach einer 35-Stunden-Woche aufmerksam gemacht. Anfang April hatte die Caritas die angesprochene Lohnerhöhung beschlossen.

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