Neue Pleite in der österreichischen Automobilzulieferbranche
Insolvenz im Burgenland (Symbolbild)
Die anhaltende Krise in der Automobilindustrie fordert ein weiteres Opfer: Über das Vermögen der Bitter Engineering & Systemtechnik GmbH wurde laut Creditreform und KSV1870 am Dienstag am Landesgericht Steyr das Konkursverfahren eröffnet. Das 1997 gegründete Unternehmen, das auf Arbeitskräfteüberlassung im Bereich der Automobilzulieferindustrie spezialisiert ist, beschäftigt 53 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze nun akut gefährdet sind. Der Fall zeigt einmal mehr, wie dramatisch sich der Strukturwandel in der Automobilindustrie auf die gesamte Zulieferkette auswirkt.
Transformation zur Elektromobilität als Belastung
Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf rund 576.000 Euro. Laut Eigenantrag sind nahezu alle Auftraggeber des Unternehmens mit einem äußerst schwierigen internationalen Marktumfeld konfrontiert. Besonders die Transformation in Richtung Elektromobilität setze der Branche zu, heißt es in der Begründung.
"Die bereits einige Jahre andauernde Krise in der Automobilindustrie wurde zuletzt durch die Zollsituation nochmals erheblich verschärft", erklärt Venka Stojnic vom Österreichischen Verband Creditreform. Hinzu komme, dass Entwicklungsdienstleistungen vermehrt ins asiatische Ausland vergeben würden – ein Trend, der heimische Zulieferer zusätzlich unter Druck setze.
Weitere Gesellschaften in Schieflage
Die Insolvenz könnte einen Dominoeffekt auslösen: Bitter Engineering hält Beteiligungen an der EDER TC Technical Concepts GmbH (50 Prozent) und der Bitter Mobility GmbH (63,75 Prozent). Der Fortbestand dieser Gesellschaften sei aufgrund der wirtschaftlichen Lage ebenfalls ungewiss, heißt es im Eigenantrag.
Geordnete Abwicklung geplant
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Heinz Kassmannhuber bestellt. Derzeit sind noch 40 Projekte offen, die in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter abgeschlossen werden sollen. Danach ist die Schließung und Verwertung des Unternehmens vorgesehen.
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