Grund für Teilzeit sind oft fehlende Kinderbetreuungsplätze

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Wirtschaft
04/24/2020

Nachgefragt: Ist's ab Mai mit dem Homeoffice vorbei?

Kleinere Teams, Lunch-Paket statt Kantine: Wie heimische Betriebe ab Mai eine Arbeitsnormalität herstellen wollen

von Anita Staudacher, Irmgard Kischko

Bei der Rückkehr ins Büro sind sich Chefs und Mitarbeiter ausnahmsweise einig. Laut Umfrage des Jobportals Stepstone halten es 79 Prozent der befragten (deutschen) Führungskräfte für moralisch vertretbar, ab Mai die Arbeit wieder von daheim in die Firmen zu verlegen. Bei den Angestellten sprechen sich sogar 82 Prozent für eine Rückkehr noch im Mai aus. Und in Österreich?

Ein Rundruf des KURIER bei heimischen Unternehmen zeigt ebenfalls eine Sehnsucht nach baldiger Rückkehr zur Arbeitsnormalität. Eine Lockerung der bisherigen Regeln zur Heimarbeit wird derzeit in vielen Betrieben diskutiert, immerhin wünschen sich laut Umfrage von Raiffeisen Immobilien 74 Prozent der Österreicher Homeoffice auch nach der Corona-Krise.

Bei A1 Telekom Austria arbeitet das Krisenteam derzeit gemeinsam mit dem Management an einem stufenweisen Rückkehrplan der Heimarbeiter. Man nehme dabei auch Rücksicht auf die geplante Schulöffnung Mitte Mai, heißt es.

Kleine Gruppen

1.500 der 2.200 Beschäftigten des niederösterreichischen Energieversorgers EVN arbeiten derzeit von zu Hause aus. Nur Störungsmonteure, Sicherheitstechniker, Kraftwerkskontrolleure sind in jeweils getrennten Teams in ihren Arbeitsstätten. „Wir gehen die Rückkehr ins Büro schrittweise an.

Vorläufig wird höchstens die Hälfte der 800 Leute in der Zentrale in Maria Enzersdorf an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. Mobile Arbeitsvereinbarungen seien schon vor der Krise gern genutzt worden und würden jetzt verstärkt verwendet. Wichtig sei, dass Teams, die üblicherweise zusammenarbeiteten, auf Zweier-Gruppen im Büro reduziert würden. Die anderen müssten virtuell zugeschaltet werden.

Nicht alle wollen zurück

Auch bei der Raiffeisen Bank International wird es bis zur Arbeitsnormalität noch länger dauern. 120 der rund 4.000 Mitarbeiter hätten auch während der Corona-Krise in den beiden Zentralen am Stadtpark und in der Muthgasse gearbeitet. Ab Mai würden zunächst höchstens noch einmal so viele in ihre Büros zurückkehren, sagt RBI-Sprecherin Ingrid Krenn-Ditz. Die Remote-Arbeit funktioniere so gut, dass wahrscheinlich nicht mehr alle in ihre Büros zurückwollen. Weiter gesperrt bleibe die Kantine. Mitarbeiter erhalten Lunch-Pakete.

Am Campus der Erste Group wird die Kantine umgebaut. „Damit der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann“, sagt Sprecherin Karin Berger. Im Mai würden zunächst etwa ein Drittel der Mitarbeiter in ihre Büros zurückkehren.